Standen auf Schloss Haigerloch interessierten Unternehmern Rede und Antwort: Das avegoo-Team Sonja Eckert, Ralph Zimmermann, Viktor Walter-Tscharf, Anja Pfäffle und Jannic Benitz (von links).Foto: Fechter Foto: Schwarzwälder Bote

"New Work": Fünf kreative junge Leute entwickeln mit "avegoo" ein Start-up, das Arbeitsplätze aus dem gewohnten Umfeld löst

Sie sind jung, ehrgeizig, gut ausgebildet und begeisterungsfähig – und sie träumen vom eigenen Start-up. Für fünf junge Leute ist dieser Traum ein großes Stück näher gerückt: Mit Hilfe der Tech Start-up School (TSUS) mit Sitz in Balingen.

Haigerloch/Balingen. Am Montag wurde das Start-up-Projekt "New Work/avegoo", eine Plattform für flexibel gestaltete Arbeitsplätze, auf dem Haigerlocher Schlossfeld präsentiert. Theben-Vorstand und Hausherr Paul Sebastian Schwenk begrüßte die Gäste, darunter Vertreter des Ideengebers Theben AG, Mitglieder der "Start-up Angels" Alb-Bodensee, Vertreter von Unternehmen und weiteren Gästen aus dem Themenbereich "New Work". Auch Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) schaute vorbei. Das Schlossfeld, auf dem sein Großvater, Paul Eberhard Schwenk, Kultur und Kreativität gefördert habe, sei ein guter Ort für eine solche Veranstaltung, sagte Schwenk.

Thomas Hoffmeister, Geschäftsführer der TSUS, stellte deren Ziele vor und zeigte sich beeindruckt von dem, was das fünfköpfige Team in zehn Wochen geleistet hat. Aus einer Idee sei ein finanzierungsreifes Geschäftsmodell geworden. Gecoacht wurden die fünf Teilnehmer Anja Pfäffle, Ralph Zimmermann, Sonja Eckert, Jannic Benitz und Viktor Walter-Tscharf von Business Design-Coach Daniel Spitzbarth.

Laut Spitzbarth hat das Team vor zehn Wochen mit einem weißen Blatt Papier angefangen, ein Konzept zur Themenstellung "New Work Tools/Produkte und Services für neue Arbeitsumfelder" zu entwickeln. Jeder Teilnehmer hatte dabei sein eigenes Spezialgebiet. Am Ende stand nicht nur die beeindruckende Präsentation einer Idee, sondern ein voll entwickeltes Geschäftsmodell mit Finanzplan.

Was ist nun die Geschäftsidee von "avegoo"? Es geht um das Arbeiten in der Zukunft. Nicht erst seit Corona werden mobiles Arbeiten und die flexibel gestaltete Arbeitszeit immer wichtiger, erläuterte Anja Pfäffle. Viele Menschen seien nicht mehr bereit, wertvolle Lebenszeit auf verstopften Straßen zu verbringen, um zu ihrem Arbeitsplatz zu gelangen. Andererseits sei Home Office nicht für jeden eine Option.

Hier setzt die Idee von "avegoo" an: Das Start-up bringt Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Arbeitsplatz-Bereitsteller zusammen. Auf der Plattform "avegoo" werden komplett ausgestattete Arbeitsplätze angeboten, die etwa in Hotellobbys, in Firmen mit freien Büro-Räumen, in Kongresszentren oder auch in Cafés eingerichtet werden und sowohl längerfristig als auch stundenweise gebucht werden können. "Avegoo" prüft die Orte auf die nötige Infrastruktur – von schnellem Internet bis zur Versorgung mit Kaffee. Dabei will das Unternehmen immer nah am Kunden sein.

Die fünf Teilnehmer berichteten von der Entwicklung der Plattform und der technischen Umsetzung. Vor besondere Herausforderungen stellte das junge Team die Validierungsphase, in der die Ideen sozusagen dem Praxistest unterzogen wurden. Firmen wurden angeschrieben und aufgesucht, und das junge Team hat einige ernsthafte Interessenten an Land gezogen. Nach der Abschlussveranstaltung auf dem Schlossfeld, dem "finalen Pitch", entscheiden die Theben AG als das ideengebende Unternehmen sowie das Team und die Tech Start-up-School, ob das Geschäftsmodell tragfähig genug ist, dass es als Unternehmen gegründet werden kann.

Die Zuhörer zeigten sich jedenfalls beeindruckt von der Präsentation und stellten Fragen zur Finanzierung und Logistik, die die fünf Teilnehmer souverän beantworteten. Sie waren glücklich über die Möglichkeit, ihre Idee in diesem Rahmen präsentieren zu können und so ein weiteres Netzwerk für ihre Geschäftsidee aufzubauen.

Gelegenheit dazu gab es im Anschluss bei Sekt und Snacks. Im Nachgang zu dem zehnwöchigen Seminar werden nun auch Gespräche mit "Business Angels" geführt, die sich bei Interesse an die Tech-Start-up-School wenden können.

Die Tech-Start-up-School in Balingen verbindet Ideen von Unternehmen mit Gründungsinteressierten, stellt interdisziplinäre Teams zusammen und begleitet zehn Wochen Business Design mit Coach bis zum "Final Pitch" sowie der Gründung eines Start-ups und darüber hinaus. Gegründet wurde die Tech Startup School 2018. Geschäftsführende Gesellschafter sind Jürgen Schäfer (CECEBA Bodywear in Balingen) und Thomas Hoffmeister (Geschäftsführer fabrikado/CCO kreatize). Zudem sind an der Start-up-Schule weitere Gesellschafter vom Bodensee über den Zollernalbkreis bis nach Stuttgart beteiligt.

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