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Haigerloch "Alle werden unter Generalverdacht gestellt"

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Zeigten Flagge: Mitglieder des Motorsportclubs Stetten und befreundete Motorradfahrer beteiligten sich an einer Motorrad-Demo in Stuttgart gegen drohende Fahrverbote.Foto: MSC Foto: Schwarzwälder Bote

Haigerloch-Stetten. So kann’s kommen: Eigentlich wollte der Motorsportclub Stetten (MSC) am vergangenen Samstag sein 30-jähriges Bestehen feiern. Doch nach der Absage des Festes war man plötzlich mittendrin in einer bundesweiten Protestaktion gegen Motorradfahrverbote.

Es ist ein heißes Thema, das die Freunde motorisierter Zweiräder derzeit bewegt. Der Bundesrat spricht sich dafür aus, die Geräuschemissionen aller neu zugelassenen Motorräder auf maximal 80 Dezibel zu begrenzen. Für notwendig hält es die Länderkammer zudem, aus Lärmschutzgründen zeitlich beschränkte Verkehrsverbote für Motorräder an Sonn- und Feiertagen zu ermöglichen.

Das hat die Zweiradszene in Aufruhr versetzt und bundesweit haben über 190 000 Leute eine von Heiko Schmidt aus Essen gestartete Petition unterzeichnet, die sich gegen entsprechende gesetzliche Einschränkungen wendet.

Deren Tenor in geraffter Form: Ein Verbot diskriminiert Motorradfahrer. Alle würden für die Verstöße von wenigen bestraft. Außerdem sei eine Gleichbehandlung aller Verkehrsteilnehmer so nicht mehr gegeben – denn, so argumentiert Schmidt, auch andere Fahrzeuge als Motorräder machen Krach. Zum Beispiel getunte Autos.

In den Reihen des MSC Steten sieht man das ähnlich. "Fahrverbote stellen aus unserer Sicht erst einmal alle Biker unter Generalverdacht. Kann das die richtige Vorgehensweise sein?", fragt sich zum Beispiel Armin Bauer, Schriftführer des Clubs. Er hat durchaus Verständnis für Motorradlärm-geplagte Bürger und Bürgerinnen auf der Alb, im Schwarzwald oder im Allgäu, fände es aber sinnvoller, wenn sich alle Betroffenen an einen Tisch setzen und über für alle tragbare Lösungskonzepte nachdenken, anstatt dass der Gesetzgeber mit drastischen Verboten winkt.

Um seiner Haltung Ausdruck zu verleihen, fuhr der MSC Stetten deshalb am vergangenen Samstag mit 13 Bikern und Bikerinnen nach Stuttgart. Die Landeshauptstadt war einer von vielen Orten bundesweit, an denen Motorradfahrer-Demos gegen drohende Fahrverbote stattfanden.

Was die MSCler nach ihrer Ankunft auf einem der Parkplätze auf dem Cannstatter Wasen vorfanden, war laut Bauer "eine beeindruckende Kulisse". Schätzungsweise 10 000 bis 12 000 Motorradfahrer aus ganz Baden-Württemberg versammelten sich dort. Kaum waren die letzten Biker auf dem Parkplatz, wurde die motorisierte Gemeinde dazu aufgefordert, zum Korso Richtung Verkehrsministerium aufzubrechen. Hier war für die Verantwortlichen der Gemeinschaft "Biker for Freedom" (Über 50 000 Mitglieder in Facebook) ein Empfang bei Verkehrsminister Winfried Hermann vorgesehen. Dabei übergab die 19-jährige Bikerin Chayenne Kust an den Minister die bereits erwähnte von Heiko Schmidt gestartete Online-Petition".

Unterm Strich war es eine Aktion, die bundesweit für viel mediale Aufmerksamkeit gesorgt hat und auch Armin Bauer fand es wichtig, "einmal Flagge zu zeigen". Für den MSC Stetten geht es nach der corona-bedingten Absage der eigenen Open-Air-Geburtstagsfete mit Musiker Gerd Rube mit Tagesausfahrten und einer größeren Herbstausfahrt Ende September weiter. Diese soll ins Fichtelgebirge führen.

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