Einen atemberaubenden Blick über die Felsenstadt sollen die Haigerlocher Himmelsterrassen eröffen – und damit Touristen ins Städtle locken. Planskizze: Foto: AGB.H/Haigerloch aktiv

Die letzten zwei Jahre waren für den Verein "Haigerloch aktiv" wegen Corona vielleicht aufregend, aber ereignisreich waren sie bei Gott nicht. Dafür scheint die Zukunft um so spannender zu werden. Um beim Projekt "Himmelsterrassen" voranzukommen, will der Verein die Kosten für eine Machbarkeitsstudie mittels Spenden selbst finanzieren.

Haigerloch - Diesen Vorschlag machte der Vereinsvorsitzende Martin Sprissler am Mittwochabend bei der Hauptversammlung des Vereins in der Pizzeria "Calimero". Den Bau von "Himmelsterrassen beim Gasthaus "Krone", auf denen man nahezu frei über der Unterstadt schweben kann, hält Sprissler für eine große Bereicherung fürs Städtle und eine touristische Attraktion mit großer Anziehungskraft. Sprissler: "Das ist eine einmalige Chance, die sich uns bietet." Gleichwohl ist ihm die Zurückhaltung im Haigerlocher Gemeinderat zu diesem kühnen Gedanken nicht verborgen geblieben. Und weil die Stadt finanziell klamm ist und ihr Investitionsprojekte in Millionenhöhe (Sanierung der Witthauhalle, Neubau eines Kindergartens, eventuell Schulneubauten) ins Haus stehen, zweifelt Sprissler daran, dass sie bei einer Studie voranprescht, ob der Bau von solchen Himmelsterrassen technisch überhaupt realisierbar ist. .

Ohne vorherige Studie keinen Terrassen

"Ohne eine solche Machbarkeitsstudie geht aber nix", ist dem Vereinschef auch klar. Vor allem, wenn sie erst dann in Angriff genommen würde, wenn der Landkreis diesen brückenartigen Straßenbereich bereits saniert hat. Dann ist es vermutlich zu spät. Aus diesem Grund regte Sprissler an, dass "Haigerloch aktiv" selbst die Initiative ergreift. Der Verein, der noch nie einen Mitgliedsbeitrag verlangt hat und hauptsächlich von Veranstaltungseinnahmen und Spenden lebt, hat aber nur ein äußerst überschaubares Guthaben. Aus diesem Grund ist die Finanzierung einer solche Studie – bei der Hauptversammlung fiel ein Betrag von 28000 Euro – aus Eigenmitteln praktisch unmöglich. Sprisslers Idee ist deshalb, die fünfstellige Summe über das Einsammeln von Spendengeldern zusammenzukriegen.

Die Vereinsmitglieder hatten dafür offene Ohren und auch der Haigerlocher Ortsvorsteher Michael A.C. Ashcroft befürwortete es, dass "Haigerloch aktiv" die Studie zur "eigenen Sache macht". Und wenn der Verein nur einen guten Teil des Geldes zusammenbekomme, falle es dem Gemeinderat vielleicht leichter Ja zur Restfinanzierung der Studie zu sagen, meinte er. Diese, so ergänzte AGB.H-Stadträtin Heike Letmathe bestehe aus drei Teilen: Einer geologischen Bohrung, ob der Untergrund genügend Halt hergibt, die darauf aufbauenden statischen Berechnungen und am Schluss – und auf Grundlage der ersten beide Schritte – die tatsächliche Planung.

Spenden sollen auf Sonderkonto fließen

Kassenprüfer Jörg Hugendubel wies noch darauf hin, dass man für ein solches Vorhaben möglicherweise einen eigenen Förderverein gründen müsse. Dies so Martin Sprissler, sei nicht notwendig, es reiche ein Sonderkonto auf das zweckgebundene Spenden fließen müssen.

Weil die Vorstandschaft mit dem weiteren Vorantreiben des Projektes Himmelsterrassen noch viel Arbeit vor sich hat, will man sich im diesen Jahr lediglich auf die Veranstaltung eines Sommerpicknicks am 4. Juni in den Eyachauen beschränken. Über die Hauptversammlung berichten wir noch.