Nachdem eine 72-Jährige verletzt und das Wohnhaus, in dem sie sich befand, in der Nacht auf Samstag offenbar in Brand gesteckt wurde, wurde ein Haftbefehl gegen den mutmaßlichen Täter erlassen. Das ist aktuell bekannt.
Der 41-Jährige wurde nach Informationen der Staatsanwaltschaft und der Polizei in eine Justizvollzugsanstalt gebracht. Ihm wird die versuchte Tötung einer 72 Jahre alten Frau vorgeworfen. Es soll sich dabei um die Mutter des Mannes handeln.
Das war geschehen
In der Nacht auf Samstag war ein Großaufgebot an Einsatzkräften in die Sulzer Montendre-Straße gerufen worden. Polizeiangaben vom Wochenende zufolge hatte der 41-Jährige die 72-Jährige zunächst im Haus mit Schlägen schwer verletzt und anschließend das Haus in Brand gesetzt – mutmaßlich mithilfe von Benzin.
Die Frau konnte indes zu einem Nachbarn fliehen. Gegen 2 Uhr wurden die Einsatzkräfte alarmiert. Die 72-Jährige wurde aufgrund ihrer schweren Verletzungen mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik gebracht. Zum aktuellen Gesundheitszustand der Seniorin gibt es von Staatsanwaltschaft und Polizei am Montag keine Rückmeldung.
Der 41-Jährige, den man zunächst noch im Gebäude vermutet hatte, wurde nach intensiven Fahndungsmaßnahmen noch am Samstag festgenommen – ungesicherten Informationen zufolge in der Nähe der Sulzer Vorstadt.
Frage nach dem Warum bleibt
Nach den furchtbaren Ereignissen dieser Nacht bleibt die Frage nach dem Warum. Was hat sich in jener Nacht in dem Sulzer Wohnhaus abgespielt? Und was hat den 41-Jährigen – sollte sich der Tatvorwurf bestätigen – dazu getrieben, die Seniorin zu verletzen und das Wohnhaus in Brand zu stecken? Das ist aktuell noch Gegenstand der Ermittlungen der Kriminalpolizei Rottweil, die sich zu den Hintergründen bedeckt hält.
Polizeibekannter Mann
In Sulz brodelt derweil die Gerüchteküche. Der 41-Jährige soll aufgrund psychischer Auffälligkeiten schon in Behandlung gewesen und auch strafrechtlich schon in Erscheinung getreten sein, heißt es in Sulz. Polizei und Staatsanwaltschaft bestätigen auf Nachfrage lediglich Letzteres.
Sollte sich der Verdacht der versuchten Tötung bestätigen, droht dem Mann eine mehrjährige Freiheitsstrafe. Ausschlaggebende Faktoren zur Strafbemessung können unter anderem die Schwere der Tat, Vorstrafen, Tatmotivation und weitere sein. Bei verminderter oder aufgehobener Schuldfähigkeit, etwa durch psychische Beeinträchtigungen, sieht das Gesetz auch eine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus vor.
Der Montag nach der Tat
Am Montagmorgen erinnern am Tatort nahe der Bahngleise nur der geöffnete Dachstuhl und Brandspuren daran, was sich in der Nacht dort abgespielt hat.
Die Feuerwehr, die mit rund 90 Einsatzkräften in der Tatnacht vor Ort war, hatte versucht, über das Dach , ins obere Stockwerk des Gebäudes zu gelangen und musste den Dachstuhl dazu mittels Kettensägen öffnen.