Häusliche Gewalt ist auch in der Region ein großes Problem. (Symbolbild) Foto: dpa/Fabian Sommer

151 Frauen haben im vergangenen Jahr die Beratung der Frauenhilfe Freudenstadt aufgesucht. Doch nur eine Minderheit war bereit, Anzeige gegen ihre gewalttätigen Partner zu erstatten. Woran liegt das?

Die Frauenhilfe Freudenstadt hat im Verwaltungs- und Sozialausschuss des Kreistags am Montag ihren Jahresbericht vorgelegt. Daraus geht hervor, dass im vergangenen Jahr 151 Frauen die Beratung der Frauenhilfe in Anspruch genommen haben. Zehn davon waren Flüchtlinge.

 

Von der Gewalt der Partner betroffen sind oft auch Kinder. „210 Kinder waren von häuslicher Gewalt mitbetroffen, 51 Kinder waren unter sechs Jahre alt“, heißt es in dem Bericht der Frauenhilfe. Dennoch haben nur 37 Frauen bei der Polizei Anzeige gegen ihren Partner erstattet.

Kreisrätin Bärbel Altendorf-Jehle (Frauenliste) wollte daher wissen, warum nur ein kleiner Teil der Frauen zu einer Anzeige bereit ist. Jana Dvorak-Lansloot vom Vorstand der Frauenhilfe erklärte dazu: „Es braucht ganz viel Unterstützung im Umfeld, damit eine betroffene Frau überhaupt den Mut hat, diesen Schritt zu wagen.“

Beweislage oft schwierig

Das liege auch daran, dass in vielen Fällen die Beweislage schwierig sei, erklärte Dvorak-Lansloot. Oftmals würden Verfahren eingestellt, weil die Beweise nicht ausreichten. Auch bedeute eine Anzeige einen endgültigen Bruch mit dem bisherigen Partner und mit der Familie. „Was auch nicht einfach ist“, so Dvorak-Lansloot.

Doch die Frauenhilfe ist noch mit einem ganz anderen Problem konfrontiert. Denn dem gemeinnützigen Verein geht das Geld aus. „Wir leben von unseren Rücklagen“, sagte Dvorak-Lansloot. Bei dem Geld handele es sich vor allem um eine Großspende. „Die wird aber bald aufgebraucht sein.“

Auch sehen die Aussichten eher schlecht aus, dass sich die Lage bald bessert. Denn allgemein nehme die Spendenbereitschaft ab, berichtete Dvorak-Lansloot.

Altendorf-Jehle warnte daher vor den Folgen, sollte der Frauenhilfe, die in Teilen auch vom Landkreis finanziert wird, endgültig das Geld ausgehen: „Würde das alles zusammenbrechen, dann müsste das alles der Landkreis machen. Dann kämen ja noch viel höhere Kosten auf den Landkreis zu.“