In der Hauptstraße in Berneck soll Bauplatz entstehen. Dafür werden Häuser abgerissen. Dafür müssen allerdings eine ganze Menge Ausgleiche für Tiere geschaffen werden.
Im Gemeinderat stand die Bernecker Hauptstraße im Fokus. Dort soll die Fläche der Hausnummer 2 bis 8, die sich mittlerweile alle im Stadtbesitz befinden, einen Investor finden. Die Häuser sollen mithilfe von Fördermitteln abgerissen werden.
Nach Wunsch der Stadt soll ein Investor gefunden werden, der an dieser Stelle – bezahlbaren – Wohnraum schaffen wird, in Geschossbauweise. Um die nötigen Voraussetzungen dafür zu schaffen, muss der Bebauungsplan abgeändert werden. Auch sollte das Baufenster, das zuerst nur die Grundstücke mit den Hausnummern 6 und 8 umfasste, auf das Haus 2 ausgeweitet werden, nachdem die Stadt dieses ebenfalls gekauft hat.
Artenschutz macht Änderungen nötig
Für den neuen Bebauungsplan hatte der Gemeinderat im Oktober 2024 einen Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan gefasst. Nun liegen auch die artenschutzrechtlichen Untersuchungen vor.
„Gerade im Bereich Fledermäuse und Vögel muss einiges getan werden“, erklärte Bauamtsleiterin Nadine Hentschel in der Sitzung des Gemeinderats. So viel, dass nicht alles an städtischen Gebäuden gemacht werden könne. Deshalb sei die Verwaltung noch mit privaten Eigentümern in Abstimmung.
Nötig sind Vogelnisthilfen. Denn im Plangebiet gibt es nachweislich neun Vogelarten, auch geschützte Vögel wie Haussperling und Mehlschwalben, heißt es in der Vorlage. Auch konnte eine Zwergfledermaus nachgewiesen werden. Reptilien, die es theoretisch dort geben könnte, konnten nicht nachgewiesen werden.
Neben den Nistkästen soll dementsprechend nur zwischen November und Februar das Baufeld frei gemacht werden. Glasflächen sollen Vogelschutzverglasungen erhalten. Die Außenbeleuchtung späterer Gebäude soll insektenschonend sein. Außerdem braucht es Ersatzquartiere für Fledermäuse. Zudem muss auch noch das neu hinzugekommene Haus Nummer 2 artenschutzrechtlich geprüft werden.
Ortsvorsteher Patrick Krahe begrüßte die Pläne für die Hauptstraße. Diese seien eine „gute Möglichkeit, die Innenentwicklung in Berneck voranzutreiben.“ Er erkundigte sich danach, wie gerade die Marktlage für solche Grundstücke und für Investoren sei.
Marktlage gerade „nicht ganz so positiv“
Nadine Hentschel erklärte, dass die Marktlage gerade „nicht ganz so positiv“ sei. In der Verwaltung hoffe man, dass die Planungszeit zu einer besseren Situation führt. Grundsätzlich: Je größer das Grundstück, umso attraktiver. Auch die Lage direkt am Marktplatz in Berneck dürfte attraktiv für Investoren sein.
Marcus Lotzin von der AfD wollte wissen, was die Bürgerschaft im Umfeld zu den Plänen sage. Hentschel antwortete, dass der Bebauungsplan seit vielen Jahren rechtskräftig sei. Dieser wurde seinerzeit auf der Grundlage von Sanierungszielen und den örtlichen Umständen festgelegt. Im Rahmen dessen wurde auch die Öffentlichkeit beteiligt.
Die Stadträte stimmten geschlossen für die Änderung des Aufstellungsbeschlusses. Nun umfasst dieser auch die Hausnummer 2.
Infoveranstaltung
Für die Bürger und Bürgerinnen ist eine Infoveranstaltung geplant, an der Fragen gestellt werden können und die Verantwortlichen mit den Berneckern über das Thema ins Gespräch kommen möchten. Diese ist am Donnerstag, 12. Februar, ab 18 Uhr im Haus des Gastes. Außerdem wird der Thannweg 8, wo ebenfalls ein größeres Projekt geplant ist, Thema sein.