Im Simmersfelder Gemeinderat wurde der Feuerwehrbedarfsplan vorgestellt. Dabei ging um Personal, Handlungsbedarf an den Standorten und wie lang die Fahrt zum Einsatz dauert.
Für ein ungewöhnlich hohes Zuhörerinteresse sorgte der Feuerwehrbedarfsplan im Gemeinderat Simmersfeld. Elf Zuschauer, größtenteils als Feuerwehrleute erkennbar, waren gekommen und „haben uns jetzt fast in Verlegenheit gebracht mit unseren Sitzplätzen“, merkte Bürgermeister Jochen Stoll an.
Erstmals wurde in Simmersfeld ein Büro mit der Planung beauftragt. Rettungsingenieur Fabian de Rossi vom Büro Brandschutz 4, selbst Freiwilliger Feuerwehrmann, stellte nun die Ergebnisse vor.
Zu Anfang erläuterte er den Anspruch an die Feuerwehr. Etwa bei einem kritischen Wohnungsbrand mit Menschenrettung: Nach zehn Minuten sollte der erste Einsatztrupp vor Ort sein, die zweite Einheit nach 15 Minuten.
Die Personallage wurde mit einem Ampelsystem verdeutlicht. Vor allem in Aichhalden-Oberweiler, Beuren und Fünfbronn stehe die „Ampel auf Rot“ in der Zeit von sieben bis 17 Uhr, in Simmersfeld immerhin auf „gelb“. besser sei es hingegen an den Abend- und Nachtzeiten. Da stehe die Ampel zwar in Beuren, Fünfbronn und Simmersfeld auch auf „Gelb“ . Das liege vor allem daran, dass Lehrgänge fehlten, die im Einsatzteam nötig sind.
Darüber hinaus: „Wir haben einmal alle Feuerwehrhäuser begangen und sind auch das Einsatzgebiet abgefahren“, meinte de Rossi. „An allen vier Standorten besteht Handlungsbedarf in unterschiedlichen Ausmaßen.“ Das liege etwa an zu beengten Verhältnissen, dem technischen Stand und Umkleiden direkt in der Fahrzeughalle.
Die Flächendeckung mit vier Standorten sei hingegen gut: „Sie haben ausreichend Feuerwehrstandorte für die Größe des Bereichs“, erklärte er den Gemeinderäten. Simmersfeld und Ettmannsweiler hätten wegen der dortigen Industrie ein erhöhtes Risiko für Brände. De Rossi betonte die Bedeutung der Beurener Wehr. Dadurch, dass der Ort relativ abgelegen ist, brauche es dort direkte Einsatzmöglichkeiten.
Zusammenlegung steht in der Diskussion
In der Diskussion steht auch, die Wehren zentral in Simmersfeld zusammenzulegen. Dadurch würde sich das Gebiet, in dem die Feuerwehr innerhalb von zehn Minuten sein kann, verschieben. „Sollte sich der neue Standort für das Feuerwehrgerätehaus durchsetzen, dann wäre der Ortsteil Ettmannsweiler nur zur Hälfte abgedeckt“, bemerkte der Ettmannsweiler Ortsvorsteher Bernd Brüstle. „Das kann nicht zufriedenstellend sein.“ Immerhin habe es in dort bereits zwei Großbrände gegeben.
Gesamtkommandant Jürgen Waidelich meinte dazu, das etwa die Einsatzkräfte, die bei Boysen beschäftigt sind, schneller am Haus sein könnten – das würde wieder Zeit sparen. „Ich hätte es schon gern, dass es sich noch nach rechts verschiebt“, erklärte Brüstle dennoch.
Gemeinderat Benjamin Blaich fragte nach den Erfahrungen mit einer Zusammenlegung. De Rossi bestätigte den Trend, in der Regel seien Kosten der Grund. Es sei aber besser, ein Fahrzeug zu haben, das auf jeden Fall ausrücken könne als zwei, für die kein Personal vor Ort sei. Andererseits gebe es bei Feuerwehren oft eine große Ortsgebundenheit.
Der Plan wurde einstimmig verabschiedet. Damit wurde auch der hohe Anspruch des Büros erfüllt: „Wenn der Beschluss einstimmig ist, haben wir unseren Job gemacht.“