Am Traditions-Gasthaus „Eisenbahn“ in Nagold hat es gebrannt. Die Feuerwehr spricht von einem Großeinsatz. Der Schaden liegt bei über einer Million Euro. Das ist der aktuelle Stand.
Gegen 7 Uhr am Sonntagmorgen ging die Alarmierung ein. In Nagolds Olgastraße brannte es. Kurz danach traf Nagolds Freiwillige Feuerwehr am Ort des Geschehens ein. „Ein großer Feuerschein war sichtbar“, teilte die Feuerwehr mit.
„Das ist ein Großeinsatz“, verdeutlichte Pressesprecher Markus Fritsch am Morgen vor Ort. Aus nahezu allen Abteilungen Nagolds waren Wehrleute im Einsatz.
Und der Brandort ist prominent: ein Carport zwischen der Traditions-Gaststätte Eisenbahn und dem Nachbargebäude.
Sehr schnelle Brandausdehnung
„Unter dem Vordach brannte ein Müllcontainer, der bereits auf ein Wohnmobil übergegriffen hat. Durch angrenzende Thuja-Hecken und die Holzkonstruktion des Carports hatten wir eine sehr schnelle Brandausdehnung“, erklärte Einsatzleiter Philipp Katz, stellvertretender Kommandant der Nagolder Gesamtwehr.
Weiter sagte Katz: „Da der Carportbereich die Gaststätte mit dem Wohnhaus verbindet, haben wir mit zwei Riegelstellungen die Gebäude gesichert und mit einem Wendstrahlrohr die Brandbekämpfung über unsere Drehleiter von oben durchgeführt.“ Gleichzeitig waren von verschiedenen Seiten die Wehrleute mit insgesamt fünf C-Strahlrohren im Einsatz.
„Durch die enorme Hitzeentwicklung konnte das Bersten der Scheiben des Wohnhauses nicht verhindert werden, so dass auch im angrenzenden Wohnhaus ein umfangreicher Brandschaden entstanden ist“, ergänzte der Einsatzleiter. Und: „Des Weiteren suchten wir mit zwei Atemschutztrupps immer wieder die Räume im Inneren der Gaststätte nach Rauch und Feuer ab, um eine Brandausdehnung zu verhindern.
Insgesamt waren bei diesem Einsatz knapp 30 Atemschutzgeräteträger im Einsatz. Das Dach der Gaststätte Eisenbahn musste geöffnet werden, da sich das Feuer unter das Blechdach von der Carportseite ausgebreitet hatte. Nur so konnten die einzelnen Glutnester gefunden und gelöscht werden.
Am Sonntagnachmittag teilt die Feuerwehr zudem mit: „Die Löscharbeiten werden den gesamten Sonntag in Anspruch nehmen.“
Nagolds Oberbürgermeister dankt den Einsatzkräften
Vor Ort verschafft sich auch Nagolds Oberbürgermeister Jürgen Großmann sowie der Leiter des Ordnungsamtes Achim Gräschus ein Bild von der Lage. „Wir sind sehr dankbar, dass bei diesem Großbrand keine Menschen zu Schaden gekommen sind“, so der Oberbürgermeister. Gleichzeitig dankt er den Einsatzkräften für den reibungslosen Einsatzablauf und „das sehr gute Zusammenwirken aller Abteilungen in Nagold“. So sei noch Schlimmeres verhindert worden.
Mit insgesamt 17 Fahrzeugen und über 90 Brandschutzkräften aus Nagold und allen Ortsteilen waren die Feuerwehren im Einsatz. Unterstützt wurde die Feuerwehr durch den Rettungsdienst. Dieser war mit vier Fahrzeugen, entsprechenden Notärzten und Rettungskräften an der Einsatzstelle.
Das DRK sorgt für die Versorgung der mehr als 120 Einsatzkräften
Im weiteren Einsatzverlauf sei der Sanitätsdienst vom DRK-Ortsverein Nagold-Wildberg übernommen worden. Das DRK sorgte auch für die Versorgung der mehr als 120 Einsatzkräften an der Einsatzstelle und organisierte ein Mittagessen im Gerätehaus der Feuerwehr Nagold.
Unterstützt wurde Einsatzleiter Katz von den stellvertretenden Kreisbrandmeistern Andre Weiss und Tido Lüdtke.
Polizei nimmt die Ermittlungen zur Brandursache auf
Die Polizei Nagold sowie die Kriminaltechnik Calw waren mit drei Fahrzeugen und sechs Beamten an der Einsatzstelle. Die Ermittlungen zur Brandursache wurden aufgenommen. Aktuell gehen Polizei und Feuerwehr von einem Schaden von über einer Million Euro aus.
Gut fünf Stunden nach der Alarmierung gab die Polizei erste Erkenntnisse bekannt. Demnach wurde gegen 7 Uhr der „Brand einer Papiertonne“ gemeldet. Diese stand auch im Carport, in der Nähe eines Wohnmobils und eines weiteren Fahrzeugs. Sowohl das Wohnmobil als auch das zweite Fahrzeug sind komplett ausgebrannt. Laut Angaben der Polizei sind beide Gebäude nicht mehr bewohnbar.