Haus- und Putzfrauen in Burladingen, Waschmaschinenbesitzer oder Hobbygärtner dürfen sich freuen: Das Burladinger Hahnenwasser soll künftig weicher werden.
Unter den Werbespots im Abend-TV hat er fast Kultstatus: Die Geschichte von der verkalkten Waschmaschine die den Geist aufgibt, weil sich kiloweise Kalk in ihr abgesetzt hat. Und das nur, weil die Wäschewascherinnen und Wascher das falsche Mittel genommen haben.
Dabei, das wissen Experten, Elektrofachhändler und Wasserwirtschaftsmeister kann das Waschmittel nur bedingt helfen. Großmütter empfehlen gelegentlich die Wäsche in Essig zu spülen, des Duftes wegen und weil der dem Kalk im innern der Maschine zu Leibe rückt. Aber eben leider auch den Gummidichtungen.
Die Lösung soll aus dem Wasserhahn kommen
Also alles irgendwie nicht der Weisheit letzter Schluss. Die Lösung soll jetzt vom Verwaltungsrat des Zweckverbandes Wasserversorgung Hohenzollern kommen, der noch in diesem Monat, am Dienstag, 22., in Hechingen tagt. Die Herren wollen beschließen, das Burladinger Wasser weicher zu machen. Oder einfacher gesagt: zu entkalken. Fast 2,5 Millionen Euro will der Zweckverband dafür bis zum Jahr 2027 ausgeben.
Empfohlenes Verfahren: die Schnellentcarbonisierung
Eingestellt werden sollen im Wirtschaftsplan für das laufende Jahr 2025 die ersten 100 000 Euro. Für 2026 sind es dann 1,1 Millionen Euro und 2027 gar noch einmal 1,2 Millionen Euro. Die aktuelle Härte des aufbereiteten Trinkwassers in Burladingen liege, so sagt es eine Mitteilung des Verbandes, bei 17 bis 18° dH (Härtebereich hart). Nachdem zur Erreichung der Zielhärte von 12 °, das entspricht einem mittleren Härtebereich, im wesentlichen Calciumcarbonat entfernt werden müsse, seien die apparativ einfachsten Verfahren also die Nanofiltration oder Schnellentcarbonisierung angezeigt, sagt der Verband.
Die Technische Betriebsführung empfehle die Schnellentcarbonisierung. Denn bei anderen Verfahren, wie zum Beispiel der Nanofiltration gäbe es zu viel Verlustwasser. Der Verband spricht von bis zu zehn Prozent. Die Schnellentcarbonisierung als Enthärtungsverfahren wurde in der Verbandsversammlung im November 2024 dem Gremium bereits vorgestellt. Zu den Investitionskosten von rund 2,4 Millionen Euro kommen die jährlichen Betriebskosten von etwa 445 000 Euro dazu. Bei einer jährlichen Wasserabgabe von etwa 2.400 000 Kubikmeter Wasser wird sich der Wasserpreis um rund 20 Cent pro Kubikmeter erhöhen. Der Wasserpreis liegt für das Jahr 2025 bei 36,66 Cent pro m³.
Der Wasserpreis würde in die Höhe schnellen
Durch den Verband wurde bei der Verbandsversammlung im November 2024 angeregt, eine zusätzliche Prüfung der verschiedenen Enthärtungsverfahren durchzuführen. Durch das TZW (Technologiezentrum Wasser, Karlsruhe) als unabhängige Berater, wurden die Verfahren gegenübergestellt und bewertet. Hierzu fand im März 2025 eine gemeinsame Begehung mit Vorstellung des Wasserwerks durch die Technische Betriebsführung statt.
Werden die Aufträge ganz oder stufenweise vergeben?
In Burladingen muss eine Enthärtungsanlage gebaut werden
Anschließend wurden die an das TZW übermittelten Daten und Erkenntnisse seitens des TZW, federführend war der Ingenieur Sebastian Hesse, ausgewertet. Hesse wird seine Ausarbeitung im Anschluss präsentieren und die Ergebnisse erläutern. Durch das Büro IMS Ingenieure GmbH wurde ein Honorarangebot für die Ingenieurleistungen zum Neubau der Enthärtungsanlage am Wasserwerk Burladingen erstellt. Es kann der Gesamtauftrag vergeben werden, es kann aber auch eine stufenweise Beauftragung erfolgen.
„Der Bericht des Technologiezentrum Wasser (TZW) wird zur Kenntnis genommen. Den Empfehlungen der Technischen Betriebsführung sowie in Teilen des TZW wird Folge geleistet und die Schnellentcarbonisierung mit der Beigabe von Natronlauge soll in die Planungsphase gehen. Es werden aus dem Honorarangebot der IMS Ingenieure GmbH vom 2. Juli 2025 die Leistungsphasen zwei bis drei, also die Vorplanung und Entwurfsplanung der Leistungsbilder Ingenieurbauwerke und Technische Ausrüstung direkt beauftragt“, heißt der Beschlussvorschlag für die Verbandsmitglieder.