Der Handarbeitstreff findet jeden zweiten Dienstag des Monats in der Stadtbibliothek Nagold statt. Foto: Verena Slama

Jeden zweiten Dienstag im Monat findet der Handarbeitstreff in der Stadtbibliothek Nagold statt – die Nachfrage nach den ersten beiden Treffen war unerwartet hoch.

Ein neues Konzept regt großes Interesse bei den Nagolder Handarbeitsliebhabern an: Seit dem 10.März findet in der Stadtbibliothek Nagold der offene Austausch und gemeinsame Handarbeitstreff statt. Das Projekt entstand durch einen Impuls von Jutta Bichler, die selber leidenschaftliche Strickerin ist.

 

„Bis Anfang Juni sollen die Treffs regelmäßig am zweiten Dienstag des Monats stattfinden“, berichtet Christina Grimm, Leiterin der Stadtbibliothek. Die Teilnehmer treffen sich von 15.30 Uhr bis 17.30 Uhr, um im Stuhlkreis gemeinsam zu häkeln, stricken oder sich gegenseitig auszutauschen. „Ein ähnliches Projekte gibt es beispielsweise in Tübingen.“, so Bichler.

Handarbeit ist nicht nur für Frauen

Auf die Idee, diesen Treff in Nagold zu gründen kam sie, nachdem sie einen ähnlichen Handarbeitskurs in der Tübinger Stadtbibliothek besucht hatte. „Ich habe gesehen, wie viele verschiedene Altersgruppen sich dort treffen. Viele junge Menschen nutzen das Angebot, darunter auch Männer.“

Handarbeitstreff stößt in Nagold auf reges Interesse

Der erste Handarbeitstreff am 10.März war ein voller Erfolg: Alle Altersklassen von 80 Jahren bis ganz jung seien vertreten gewesen. „Ich denke, Handarbeit ist inzwischen wieder in Mode“, sagte Leiterin der Stadtbibliothek Christina Grimm. Das sehe sie auch am hohen Interesse der jungen Leute.

Das ist nicht nur ihre Vermutung – das zweite Treffen am 14. April übertraf die Teilnehmerzahl des ersten Treffens mit insgesamt stolzen 16 Teilnehmerinnen. Bei den Männern bleibt das Interesse abzuwarten.

Garntauschtag geplant

Inspiriert zeigt sich Jutta Bichler: „In Tübingen gibt es beispielsweise mehrmals im Jahr einen sogenannten Garntauschtag – jeder bringt sein übrig gebliebenes Garn mit und dann wird getauscht.“ So ein Projekt wolle Bichler auch in Nagold einführen, falls das Interesse bestehe.

Termin soll nicht mit Angeboten konkurrieren

Wichtig sei beiden Initiatorinnen, dass der Handarbeitstreff nicht mit der seit mehr als dreißig Jahren stattfindenden gemütlichen Handarbeitsstunde im „Mohren“ kollidiert – aktuell findet dieser zeitgleich statt. Auch wenn sich die Interessenten nicht unbedingt überschneiden, soll eine Konkurrenz der beiden Angebote möglichst vermieden werden.

Das hat die Teilnehmer motiviert

Für die Motivation, am Handarbeitstreff teilzunehmen sind ganz unterschiedliche Beweggründe die Ursache: Einige möchten einfach neue Leute kennenlernen und gemeinsam stricken und plaudern. Gleichzeitig könne man sich gegenseitig inspirieren: „Manche Teilnehmer stricken sehr aufwendige Muster und Modelle“, meint eine Teilnehmerin.

So kamen die Besucher auf das Angebot

Die Besucher kamen auf unterschiedliche Weise auf den Kurs: „Ich habe die Meldung ganz einfach in der Zeitung gelesen“, verrät uns eine der Teilnehmerinnen. Sie habe das Treffen an eine Fernsehsendung erinnert, in der sich Menschen zu einer sogenannten „Silent Reading Party“ treffen – dabei lesen Personen im Stuhlkreis eine Stunde Bücher und gehen später in einen gegenseitigen Austausch.

Unter den vielen mitgebrachten Utensilien befindet sich auch das persönliche Strick- und Häkeltagebuch einer Teilnehmerin, das sie mir zeigt. Foto: Verena Slama

Andere Frauen wurden über den selbst erstellten Flyer oder den QR-Code aufmerksam. Beides liegt unter anderem bei der Rezeption der Stadtbibliothek aus. Außerdem: „Das Angebot läuft auch viel über Mund-zu-Mund-Propaganda“, stellt Christina Grimm fest.

Jeder kommunikative und kreative Mensch willkommen

„Der Handarbeitstreff ist ein offener Termin, an dem jeder kreative und kommunikative Mensch willkommen ist“, ist Bichler wichtig zu betonen.

Interessierte können jederzeit dazukommen oder einmalig reinschnuppern. Anfänger sowie Fortgeschrittene sind willkommen – eine Anmeldung ist nicht notwendig. Man müsse lediglich das Strick- und Häkelgarn selber mitbringen.