Eine Hackschnitzelanlage soll für eine zentrale Wärmeversorgung in Neubulach sorgen Foto: © DorSteffen - stock.adobe.com

Für die Gemeinschaftsschule, Turn- und Festhalle und den Bauhof soll es ein neues Heizkonzept geben. Und das wurde jetzt erweitert.

Es soll ein großer Schritt hin zur klimafreundlicheren Stadt sein: Neubulach hat sich schon im Juli 2022 für den Kauf einer Hackschnitzelanlage entschieden. Nun nehmen die Planungen für die zentrale Wärmeversorgung Fahrt auf.

 

Die Gebäude der Gemeinschaftsschule, der Turn- und Festhalle und der Bauhof sollen mit der neuen Anlage verbunden werden. Und besonders die Gemeinschaftsschule ist der Großverbraucher in der Stadt – mit 600 000 Kilowattstunden pro Jahr. Zum Vergleich: Alle öffentlichen Gebäude zusammengerechnet würden 1,8 Millionen Kilowattstunden pro Jahr verbrauchen, sagte Bürgermeisterin Petra Schupp in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Komplexer als ursprünglich gedacht

Bereits vor rund einem halben Jahr hieß es vom Planungsbüro, dass die vorhandenen Räumlichkeiten genutzt werden können: Im Heizraum der Turn- und Festhalle könnte ein Hackschnitzelkessel installiert und die Hackschnitzel im ehemaligen Lagerraum bevorratet werden.

Mit der Planung wurde das Büro Dwks Plan aus Ubstadt-Weiher bei Bruchsal beauftragt. Und jetzt weiß man: Das ganze Verfahren sei komplexer als man dachte, doch die Stadt sei auf einem guten Weg, so die Rathauschefin.

Es gebe aber bauliche Leistungen, die das beauftragte Büro nicht umsetzen könne. Deshalb entschied sich das Gremium einstimmig dafür, die Ingenieurleistungen an das Büro Nothacker aus Neubulach zu vergeben.

Auch das Kühlen ist jetzt gewährleistet

Die Maßnahmen umfassen die Fundamente für Pufferspeicher und die Wärmepumpe, erforderliche Stützwände, ein Schacht für die Hackschnitzeleinbringung und Tiefbauarbeiten für die Wärmenetzverlegung. Dazu kommt etwa ein Mauerwerk für die Abtrennung zum Lagerraum.

Im Juli 2023 ging das Planungsbüro bei der Vorstellung im Gemeinderat von knapp mehr als einer Million Euro Kosten aus. Doch in der Zwischenzeit hat sich noch etwas geändert an den Projekt-Plänen. Stefan Haag vom Büro Nothacker erläuterte, dass die Anlage um eine weitere Wärmepumpe ergänzt wurde. Das hat einen speziellen Hintergrund, der besonders in der Sommerzeit wichtig wird: Mit den zwei Wärmepumpen ist neben dem Warmwasserbetrieb auch das Kühlen gewährleistet. Die ganze Anlage wird dadurch „nicht günstiger“, doch das neue System schafft einen „Mehrwert“.

Förderzusage für das Projekt

Die Hälfte des Verbrauchs pro Jahr kann über die Wärmepumpen abgedeckt werden, so Haag. Ein weiterer Vorteil: Durch die Ergänzung der zweiten Wärmepumpe kann auch eine Förderung erzielt werden, erklärt die Bürgermeisterin auf Nachfrage. Da gibt es schon einen positiven Bescheid. Aber: „Wir haben nach wie vor nur die Förderzusagen ohne Beträge“, so Schupp und ergänzt: „Damit können wir also noch nichts zu den Kosten sagen, die die Stadt tragen muss.“

Doch auch wenn die Stadt mit Blick auf die Kosten noch keinen exakten Durchblick hat, ist das Ziel klar: „In der nächsten Heizsaison soll sie stehen“, die Hackschnitzelanlage, meinte die Verwaltungschefin in der Sitzung.