Die Ärzte Rudolf Halder (hinten von links), Susanne Maurer und Manuel Halder mit (vorne von links) Daniela Faller, Silke Camilletti , Ute Haas, Doris Schlosser und Heike Döppert sowie (hinten rechts) Jennifer Filipovic Foto: Fritsche

Die Nachfolge ist gesichert: Manuel Halder hat in der Gynäkologischen Praxis Halder und Maurer in Schramberg den „Kassensitz“ seines Vater Rudolf Halder übernommen.

Immer wieder gibt es Kommunen, in denen einzelne Facharztpraxen keinen Nachfolger finden und die Sitze dann an einen anderen Ort verlagert werden müssen. Denn nicht immer klappt, wie jetzt bei Rudolf Halder, die Nachfolge.

Gegründet wurde die Praxis für Gynäkologie und Geburtshilfe 1992 von Rudolf Halder. Nach dem Medizinstudium und Promotion in Heidelberg und nach Stationen in Villingen und Rottweil hatte er damals die Praxis in Schramberg eröffnet.

Einst auch am Krankenhaus

Von Anfang an war er auch Belegarzt am Krankenhaus Schramberg bis zu dessen Schließung 2011. Jetzt mit 69 will Halder in einen „Mini-Ruhestand“ gehen, wie er es beim Termin mit unserer Redaktion in den Praxisräumen nennt: Vier halbe Tage pro Woche und in den Ferien als Vertretung bleibt er der Praxis in der Schramberger Hauptstraße noch erhalten.

Susanne Maurer seit 2018 mit dabei

Seit 2018 ist Susanne Maurer, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Mitglied der Gemeinschaftspraxis. Mauer hat an den Universitäten Freiburg und Karlsruhe studiert und promoviert. Sie hatte den „Arztsitz“ von Hansjörg Ehret übernommen, als dieser in den Ruhestand ging.

Auch in Pflege gearbeitet

Manuel Halder, ebenfalls Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe, hat nicht nur in Heidelberg und Sinsheim Medizin studiert und abgeschlossen, sondern davor in Schramberg eine Ausbildung zum Krankenpfleger gemacht. „Studienbegleitend habe ich in der Pflege gearbeitet“, erzählt er. Schon vor zwei Jahren hat er seine Tätigkeit in der Praxis aufgenommen. „Er weiß, wie der Laden läuft“, sagt Maurer.

Gemeinsam ergänzen

Halder junior will, wie er mitteilt, seine Kenntnisse und Erfahrung in der Ultraschalldiagnostik weiter verfeinern, Mauer ihre Kompetenz im Bereich Endokrinologie (der Hormondrüsen) vertiefen. „Damit ergänzen wir uns gut“, stellt Maurer fest.

Halder senior war Generalist „Ich musste alles machen, habe aber die Geburtshilfe besonders gern gemacht und viele Schramberger auf die Welt geholt“, erklärt er und seine Augen leuchten.

Für Erhalt gekämpft

Jede zweite Nacht hatte er Bereitschaft und musste nachts oft raus. Mit seiner Einsatzbereitschaft, seiner sensiblen Art im Umgang mit den Patientinnen und seiner Fürsprache für den Fortbestand des Schramberger Krankenhaus wurde er zu einer anerkannten Institution in Schramberg.

„Tolles Publikum“

Für ihn sei die Betreuung der Patientinnen und ihrer Partnern aus der Raumschaft Schramberg immer angenehm gewesen: „Ein tolles Publikum.“ Seine Lieblingsarbeit Geburtshilfe macht er übrigens auch noch zeitweise in einer Praxis und Klinik in Achern.

anzheitlich vorgehen

Bei Diagnostik, Behandlung und Beratung werden die beiden Ärzte wie bisher weiter ganzheitlich vorgehen: „Das machen, was den Leuten hilft“, sagt Maurer. In einer Gemeinschaftspraxis sei es im übrigen ein wenig wie in einer Ehe, damit sie gut funktioniert: „Man muss eine gemeinsame Linie haben und man muss kommunizieren.“ Das ist wohl bisher gut gelungen.

Viele Jahre dabei

Die fünf Mitarbeiterinnen sind alle schon viele Jahre dabei, dazu gibt es eine Auszubildende. „Auch die Ausbildung junger Leute ist uns wichtig“, betont Halder junior. Deshalb hat die Praxis einen Ausbildungsplatz auf Dauer eingerichtet.

Freude über mehr freie Zeit

„Frauen brauchen eine umfassende gynäkologische und geburtshilfliche Versorgung, dafür ist die Praxis gut aufgestellt“, stellt Halder senior bei der „Übergabe an die Jugend“ fest. Jetzt freut er sich darauf, dass er künftig mehr freie Zeit verbringen kann mit seiner Frau Jutta, einer pensionierten Lehrerin.