Glamour in der Oscar-Nacht am Gymnasium Hechingen durfte natürlich nicht fehlen. Ganz so wie die großen Stars es vormachen. Foto: privat

Oscar-Nacht am Gymnasium Hechingen bot die große Bühne für junge Talente.

Glanz, Applaus und ein Hauch von Hollywood lagen in der Luft, als in der festlich in Gold geschmückten Aula des Gymnasiums Hechingen die mit Spannung erwartete Oscar-Nacht stattfand. Den Höhepunkt bildete damit der Abschluss eines mehrwöchigen Projekts der Jahrgangsstufe 11, in dem sich die Schülerinnen und Schüler in ihren Englischkursen intensiv mit verschiedenen zeitgenössischen Dramen auseinandergesetzt hatten.

 

In Gruppen von drei bis sechs Teilnehmern erarbeiteten die Jugendlichen eigenständig ausgewählte englischsprachige Theaterstücke. Ziel war es, kreative Trailer zu produzieren, die nicht nur das Verständnis der Handlung widerspiegelten, sondern auch filmische Gestaltungsmittel wie Kameraführung, Storyboards und Soundeffekte gekonnt einsetzten. Dabei stellten die unterschiedlichen Werke die Gruppen vor vielfältige inhaltliche Herausforderungen.

So thematisiert „Blood Brothers“ von Willy Russell das Schicksal von Zwillingen, die direkt nach ihrer Geburt getrennt werden und erst im Erwachsenenalter voneinander erfahren – mit tragischen Konsequenzen. In „The Children“ von Lucy Kirkwood setzen sich drei gealterte Wissenschaftler mit ihrer Vergangenheit auseinander und diskutieren Fragen von Schuld und Verantwortung im Kontext einer nuklearen Katastrophe.

Liebe, Hass und Verrat

Das irische Drama „The Freedom in the City“ von Brian Friel greift die historischen Ereignisse des Bloody Sunday 1972 auf und zeigt, wie drei unschuldige Menschen durch ein tragisches Missverständnis ums Leben kommen. Leidenschaftliche Verstrickungen zwischen Liebe, Hass und Verrat standen im Mittelpunkt von „Closer“ von Patrick Marber. Mit „Quiz“ von James Graham wurde schließlich ein spektakulärer Betrugsfall rund um die britische Version von „Wer wird Millionär?“ inszeniert – mit der zentralen Frage, ob ein Millionengewinn tatsächlich erschlichen wurde oder lediglich ein harmloses Husten im Publikum fehlinterpretiert worden war.

Betreut und organisiert wurde das Projekt von den Englischlehrkräften Cornelius Hoffmann, Kornelia Köhler, Birgit Leibold und Jochen Müller. Sie übernahmen nicht nur die Vorbereitung und Durchführung, sondern fungierten auch als „Academy“. Bereits eine Woche vor der Veranstaltung hatten sie die Nominierungen bekannt gegeben und damit die Vorfreude und Spannung unter den Beteiligten spürbar gesteigert.

Während der Oscar-Nacht wurden die erarbeiteten Szenen und Trailer mehrfach und in unterschiedlichen Interpretationen aufgeführt. Zwei Pausen boten Gelegenheit, sich am reichhaltigen Buffet zu stärken und das Erlebte Revue passieren zu lassen.

Musikalische Beiträge sorgen für Unterhaltung

Für zusätzliche Unterhaltung sorgten musikalische Beiträge: Gesangseinlagen von Kamila Kamolova und Christianna Gatsonidou sowie ein beeindruckendes Klavierspiel von Clara Vinzenz rundeten das Programm stimmungsvoll ab.

Der unbestrittene Höhepunkt des Abends war jedoch die feierliche Preisverleihung. Immer wieder hallte der Satz „And the Oscar goes to…“ durch die Aula, bevor die glücklichen Gewinnerinnen und Gewinner ihre Trophäen entgegennahmen.

Ausgezeichnet wurden nicht nur schauspielerische Leistungen, sondern auch Kategorien wie Sound, Kamera, Setting, Kreativität, Kostüm und – als Krönung – der beste Trailer.

Die Preisträgerinnen und Preisträger bedankten sich in kurzen Reden, die selbstverständlich auf Englisch gehalten wurden – ganz im Sinne des Projekts, das Sprache, Kreativität und Teamarbeit auf eindrucksvolle Weise miteinander verband.