„Wir wollen, dass unsere Schülerinnen und Schüler verantwortungsbewusste und mündige Erwachsene werden“, sagt Jochen von der Hardt, Direktor des Gymnasiums am Romäusring (GaR). Die Schule widmete diesem Ziel einen pädagogischen Tag.
Das Lehrerkollegium stellte dafür gemeinsam die Weichen in Anlehnung an das Lebenskompetenzprogramm „Lions Quest“, aufgelegt von der Serviceorganisation Lions Deutschland und von den Kultusministerien bundesweit als Fortbildungsprogramm anerkannt.
Greifen soll das Programm ab dem kommenden Schuljahr mit Beginn des dann wieder neuen G 9, das nach 20 Jahren das bisherige G 8 – in acht Jahren zum Abitur – ablösen wird.
Als Gäste hatten die Lehrkräfte des GaR Kollegen von den Zinzendorfschulen in Königsfeld, die schon mit „Lions Quest“ arbeiten und damit gute Erfahrungen gemacht haben. „Wir haben Schule noch einmal ganz neu gedacht“, erzählt die stellvertretende Schulleiterin Karin Haß von diesem Tag.
Breiteren und gezielteren Raum einnehmen soll künftig die Unterstützung der Schüler bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung. Und das vor dem Hintergrund, dass sich die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in den vergangenen zehn, zwanzig Jahren massiv verändert, die sozialen Reize und Herausforderungen durch die medialen Netzwerke und die Weltsituation zugenommen haben, gibt von der Hardt zu bedenken.
In den Fokus genommen wurden einen Tag lang in verschiedenen Arbeitsgruppen Ideen wie die Unterstützung von ehrenamtlich tätigen Schülerinnen und Schüler, die Einrichtung eines „Auszeitraumes“, in dem im Konfliktfall pädagogische Gespräche stattfinden, der Austausch der Lehrkräfte zu Schülerverhalten in sogenannten „pädagogischen Konferenzen“ in Verknüpfung mit den bereits seit drei Jahren durchgeführten jährlichen Beratungsgesprächen zwischen Lehrern, Eltern und Schülern.
Eltern kennenlernen
Damit habe man sich abgewandt von den bisher eher defizitorientierten Elterngesprächen, erläutert Carolin Schwarz, Klassenlehrerin und berufsbegleitend Studentin für Schulentwicklung. Der Mehrwert: Jetzt lerne man auch die Eltern der leistungswilligen und –fähigen Schülern kennen, die – und das habe man feststellen müssen – auch hin und wieder unter Druck und Schulangst leiden.
Das soziale Lernen und die Persönlichkeitsentwicklung werden sich künftig noch mehr als bisher auch im Stundenplan niederschlagen. Fünf Poolstunden werden ab dem nächsten Schuljahr in verschiedenen Klassenstufen speziell dafür genutzt. Alle beim pädagogischen Tag entwickelten Module zusammengenommen sollen, so das Ziel, allen zu Gute kommen, auch den Lehrkräften. In Klassen mit weniger Störungen könne besser gearbeitet werden, so Schwarz.
Mit guten Beispiel für soziale Verantwortung voran ging das Lehrpersonal bei der Verpflegung des Tages. Das Mittagessen wurde selbst zubereitet und gegen eine Spende für ein Schülerprojekt abgegeben. Die ehemalige GaR-Gymnasiastin Lene Bohlender sammelt für den Aufbau einer Bibliothek an einer Grundschule in Ruanda.