Das Hauptgebäude des Gymnasiums am Deutenberg wurde für 31,5 Millionen Euro generalsaniert. Seit einem Jahr findet hier wieder Unterricht statt. Foto: Kratt

Ein Schuljahr voller coronabedingter Herausforderungen liegt hinter dem Gymnasium am Deutenberg. Es ist aber auch das erste Schuljahr im generalsanierten Hauptgebäude. Schulleiter Zoran Josipovic blickt mit dem Schwarzwälder Boten zurück.

VS-Schwenningen - Lichtdurchflutet ist das GaD-Hauptgebäude auch an trüben Tagen. Denn seit der Generalsanierung, die vor rund einem Jahr beendet wurde, ist der Bau aus den Sechzigerjahren vor allem geprägt durch viele Fenster, Glastüren, durch seinen offenen Charakter und durch Platz. Platz, an dem es während der Auslagerung der Schule im Containerbau nebenan gemangelt hat – und der für die Unterrichtszeit während der Pandemie mit ihren vielen Auflagen so wichtig werden sollte.

Denkmalschutz

Geräumig und hell wirkt auch das Zimmer von Schulleiter Zoran Josipovic. Hier spiegelt sich die Vorgehensweise sowie Komplexität der Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes nach den Plänen von Günter Behnisch wieder: Der Linoleumboden etwa wurde beibehalten, einzelne Stücke mussten jedoch ausgetauscht werden. Auch die Wandschränke aus Holz wurden nicht ersetzt, sondern restauriert und wieder eingesetzt. Die Tür ist alt, bekam aber einen neuen Anstrich und wurde mit einer Klinke mit Amoksicherung versehen.

"Wir sind glücklich, dass die Sanierung während der Coronazeit fertiggestellt werden konnte", resümiert Josipovic. Der Umzug kurz vor den Sommerferien sei reibungslos über die Bühne gelaufen. Auch jetzt sei noch immer "eine Menge zu tun", besonders in den Fachräumen, es müssten Sachen aussortiert beziehungsweise neu angeschafft werden.

Whiteboard fester Bestandteil des Unterrichts

Erfreut zeigt sich der Schulleiter auch über die Breitband- und W-Lan-Ausstattung. "Die Schule ist voll digitalisiert und jedes Klassenzimmer mit der gleichen Technik ausgestattet." Das Einbinden von Whiteboard und Apple TV sei zu einem festen Bestandteil des ­Unterrichts geworden.

Doch der Genuss und das Erleben der Vorteile der sanierten Schule sollten im vergangenen Schuljahr schnell in den Hintergrund treten, wie Josipovic, der vor zwei Jahren von St. Georgen an den Deutenberg gewechselt ist, immer wieder betont. Die Pandemie sei für alle Beteiligten eine "riesige Herausforderung" gewesen.

Da war von Mitte Dezember bis kurz vor Pfingsten die lange Zeit der Schulschließung, in der nur Abiturienten und Oberstufenschüler zum Präsenzunterricht kommen durften, da war der Wechselunterricht, und da war und ist die Quarantänepflicht im Falle eines positiv getesteten Schülers oder Lehrers. Letzteres sei jedoch bisher nicht oft vorgekommen.

Auch wenn es bei Weitem nicht an den Präsenzunterricht habe herankommen können, habe das "Homeschooling" durch Schulcloud und die digitale Lernplattform Moodle dennoch nach Stundenplan stattfinden können. Möglichkeiten und Vorteile hätten sich auch aus dieser Art des Unterrichts ergeben, findet der Schulleiter: "Klassenclowns" etwa hätten ihre bisherige Rolle abgelegt, aber auch sonst schüchterne Schüler seien in diesem geschützten Raum mehr aus sich herausgekommen, so die Beobachtung aller Lehrer.

Lob an Schüler

"Wir sind bisher gut durch die Krise gekommen. Aber die Pandemie ist noch nicht vorbei", betont Zoran Josipovic. Er habe einen Klos im Hals, wenn er derzeit die vollen Fußballstadien oder die Ferienflieger nach Mallorca sehe – "und ich es mit den Auflagen in den Schulen vergleiche". So ist es ihm ein Anliegen, besonders die Schüler "als junge Leute" zu loben, die die Maßnahmen mit Verständnis getragen hätten und noch immer tragen. "Kein Präsenzunterricht, Testpflicht, möglicherweise Quarantäne, kein Vereinsleben – das ist schon hart", kommentiert der Rektor.

Ebenso herausfordernd sei die Durchführung des Abiturs mit der Einteilung in "getestete und nicht-getestete Schülergruppen" gewesen. Und auch hierbei müssen die Schüler noch zurückstecken: Einen Abiball wird es in diesem Jahr wieder nicht geben.

Soziale Lücken

Wenngleich die Ideen und Visionen zur Schulentwicklung, die der neue Schulleiter schon am Anfang seiner Amtszeit umsetzen wollte, coronabedingt hinten anstehen mussten, fühle er sich sehr wohl am GaD.

"Solch eine Krise schweißt zusammen und die Schulstruktur hat sehr gut funktioniert", sagt er rückblickend und meint damit das Zusammenwirken von Schülern, Lehrern, Elternbeirat und Ehemaligen-Verein. "Ich bin optimistisch, dass wir im neuen Schuljahr mehr anpacken können."

Der Schule sei es sehr wichtig, sowohl die bildungstechnischen, aber vor allem auch die sozialen Lücken aus dem letzten Schuljahr zu füllen, unter anderem durch Theateraufführungen und Konzerte. Natürlich ganz zu schweigen von Festakt und Schulfest zur offiziellen Einweihung des fast noch frisch sanierten Gymnasiums am Deutenberg.