Die „GymMeßTics“, die Showgruppe des TSV Meßstetten, war in Amsterdam für Deutschland am Start: Bei der Welt-Gymnaestrada haben die 33 Turnerinnen geglänzt, aber auch regen Tauschhandel betrieben – und sind als internationale Truppe zurückgereist.
Teil des „Team Germany” bei der größten Breitensportveranstaltung der Welt waren die GymMeßTics, und sie machten dem Motto „Be Amazed“ – sei verzaubert – alle Ehre: Der Weltturnverband Fédération Internationale de Gymnastique (F.I.G.) veranstaltet mit der Weltgymnaestrada das größte internationalen Turn-Breitensportfestival der Erde. Eine ganze Woche ist prall voll mit Vorführungen, Shows, Gala-Abenden und internationalen Begegnungen, zu denen rund 20 000 Teilnehmer aus 57 Nationen angereist waren, darunter 2200 aus Deutschland.
Zusammen mit den AirCracks aus Sindelfingen durfte das 33-köpfige Team der GymMeßtics Deutschland vertreten. Einen Meßstetter war nicht im Bus mit angereist, sondern mit dem Fahrrad – eine Sieben-Tages-Tour.
Bereits bei der feierlichen Eröffnung kam olympisches Gefühl auf, als jedes Land einzeln aufgerufen und im Stadion bejubelt wurde. Mit ihrer Show „Gold Rush” – eine Mischung aus Turnen, Tanz, Akrobatik und Elementen auf der Airtrack-Bahn glänzten mehr als 70 Aktive in der gemeinsamen Gruppe „AirMeßtics“ und entführten das Publikum in die Goldgräber-Zeit.
Die Besten der Welt – und die Meßstetterinnen mitten unter ihnen
Bei drei Auftritten in den großen Messehallen begeisterten die AirMeßTics die Zuschauer und ernteten viel Applaus.
Der Besuch der FIG-Gala war ein weiterer Höhepunkt für die Gruppe. Dort traten die besten Showgruppen der Welt gemeinsam in einer Schau auf, die wunderschön choreographiert war und Turnen, Tanz und Akrobatik aus der ganzen Welt in einer Gala zusammenbrachte. Beeindruckend: Die große Formation aus der Schweiz stellte die dort populäre Disziplin der Schaukelringe zur Schau, aber auch kleinere Gruppen wie die Tänzerinnen aus Zimbabwe mit ihrem ausdrucksstarken Tanz und die hochkarätigen Akrobaten aus Chile hinterließen bleibende Eindrücke. Die Meßstetterinnen hatten unterdessen viel Spaß dabei, Turnerinnen aus allen Ländern zu treffen, Geschenke und Pins mit Nationen wie Japan, Chile, Portugal, Kanada oder Australien auszutauschen und auf die Jagd nach gemeinsamen Fotos zu gehen. Zur Not kommunizierten sie mit Händen und Füßen – die gemeinsame Sprache war letztlich immer der Sport.
Sonnenhut gegen Kanada-Pudelmütze, „Team Germany”-Pullover gegen australischen Hoodie, Deutschland-Shirt gegen das Schweizer Pendant: Bereits nach wenigen Tagen sah die Meßstetter Gruppe aus wie ein kunterbunter, internationaler Haufen, da viele Teilnehmerinnen die Delegationskleidung tauschten.
In Lissabon 2027 wollen sie die Flagge wieder hochhalten
Für die GymMeßTics war es bereits die zweite Teilnahme an einer „Weltgym”, daher wussten die Trainerinnen, was auf die Turnerinnen zukommen wird, und abermals war es ein überwältigendes Erlebnis für alle, nicht nur für die Mädchen, die zum ersten Mal mit dabei waren. „Dieses Miteinander der Nationen – man hilft sich gegenseitig beim Auf- und Abbau, unterstützt einander, tauscht sich aus und tauscht miteinander, ein friedliches Miteinander ohne Hass und Konflikt”, so resümiert Trainerin Patricia Bodmer, was für sie die Stimmung auf der Veranstaltung auszeichnet.
Am Sonntagabend kamen die begeisterten Teilnehmerinnen etwas müde, aber glücklich mit dem Bus aus Amsterdam zurück und schmieden bereits Pläne, wie sie es anstellen können, in vier Jahren in Lissabon wieder dabei zu sein.