Der vorläufige Haushaltsplan des Gemeindeverwaltungsverbands Oberes Schlichemtal zeigt, welche Kosten 2026 auf die acht Mitgliedsgemeinden zukommen.
Es ist zwar noch nicht der finale Haushaltsplan, den der Verwaltungsrat des Gemeindeverwaltungsverbands Oberes Schlichemtal (GVV) in seiner Sitzung am Donnerstag vorgelegt bekommen hat, doch man sieht eine Richtung, welche Kosten auf die acht Mitgliedskommunen zukommen werden.
Hier und da müssten noch ein paar Zahlen angepasst werden, erklärte Verbandsrechnerin Natalie Lehr. Die Verabschiedung obliegt am Ende der Verbandsversammlung, der Verwaltungsrat fasste einstimmig einen Empfehlungsbeschluss.
In Zeiten, in denen viele Städte und Gemeinden Schwierigkeiten haben, einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen, stellt sich diese Problematik bei einem Gemeindeverwaltungsverband nicht: Sein Ergebnishaushalt muss stets mit einem Nullsaldo abschließen, da sich der Verband nicht über eigene Steuereinnahmen, sondern über Umlagen seiner Mitgliedsgemeinden finanziert.
Im kommenden Jahr rechnet Lehr mit Ein- und Ausgaben in Höhe von jeweils 3 129 480 Euro. Das entspricht 3,72 Prozent mehr als in 2025.
Werkrealschule
Lehr dröselte die Kosten anhand der Kostenstellen auf, die über den GVV finanziert werden. Die Aufteilung der Kosten für die Werkrealschule wird aufgeschlüsselt und nach Schülerzahl auf die jeweiligen Gemeinden umgelegt. Zusammengerechnet zahlen die Mitglieder 182 700 Euro, außerdem wird der Betrieb über Zuweisungen vom Land getragen. Lehr rechnet mit Betriebskosten von rund 855 200 Euro, worin neben Personalkosten und der Grundstücksunterhaltung, Ganztagsbetreuung und Lehr- und Unterrichtsmaterial auch Instandhaltungsmaßnahmen wie die der Fassade oder die Planung einer PV-Anlage abgerechnet werden.
Außerdem stehen Investitionen im Haus, die auf die Gemeinden umgelegt werden wie die Planungskosten für die Biosaaleinrichtung und eine Klimaanlage für das Lehrerzimmer.
Ferienspiele
Auch die jährlichen Ferienspiele werden von den Mitgliedsgemeinden gemeinsam mit Elternbeiträgen finanziert. Die Gesamtausgaben belaufen sich auf rund 36 300 Euro, wobei mit Elternbeiträgen in Höhe von etwa 12 000 Euro gerechnet wird.
Schlichembad
Die Kostenaufteilung des Schlichembads wird im kommenden Jahr erstmals nach dem neuen Modus abgerechnet. Die Verbandsversammlung stimmte im Frühjahr der Änderung zu, nachdem sich die Stadt Schömberg benachteiligt gefühlt hatte. Die Umlage ist zweigeteilt: Einmal wegen des Schulschwimmens über die Schulträger und schließlich über die Gemeinden. Erträgen von 330 200 Euro stehen Ausgaben von 348 500 Euro gegenüber.
Flächennutzungsplan
Im Jahr 2026 werden für den Flächennutzungsplan keine Umlagen fällig. Zwar wird im kommenden Jahr ein Zuschuss erwartet, abgerechnet wird jedoch erst nach Abschluss des gesamten Projekts. Der verbleibende Fehlbetrag wird dann entsprechend der Einwohnerzahlen auf die Gemeinden verteilt.
Abwasserbeseitigung
Bei der Abwasserbeseitigung stehen Erträge von 533 800 Euro Ausgaben in Höhe von 525 300 Euro gegenüber, der Tourismus – etwa die Kosten für die gemeinsame Webseite und Werbung – belaufen sich auf 12 400 Euro.
Allgemeine Verbandsumlage
Die Allgemeine Verbandsumlage umfasst sämtliche Kosten, die den Verwaltungs- und Geschäftsbetrieb des Gemeindeverwaltungsverbands (GVV) betreffen. Den größten Anteil daran trägt die einwohnerstärkste Stadt im Verband, Schömberg, mit einem Beitrag von 349 300 Euro. Da die Stadt Schömberg über eine umfangreichere Eigenverwaltung verfügt als andere Mitgliedskommunen, wird ihr Beitrag mit einem Vergünstigungsfaktor von 0,6 berechnet. Diese Regelung ist jedoch noch nicht endgültig festgelegt und soll nach weiteren Gesprächen mit der Schömberger Stadtverwaltung gegebenenfalls angepasst werden.
Kapital- und Investitionskostenumlage
Für das Jahr 2026 wird mit keiner allgemeinen Kapital- beziehungsweise Investitionskostenumlage gerechnet. Hintergrund ist, dass die Sanierung des GVV-Gebäudes vollständig über Kredite finanziert wird. Die Tilgung und die Zinszahlungen sollen durch Mieteinnahmen sowie eine Abschreibungsumlage gedeckt werden. Nachdem im laufenden Jahr bereits 600 000 Euro an Krediten aufgenommen wurden, ist für das kommende Jahr ein weiterer Kredit in Höhe von 1,23 Millionen Euro vorgesehen.
Für die Erneuerung der Heizungsanlage auf dem Schulcampus wird nach Abzug der Fördermittel ein Betrag von 507 850 Euro fällig. Dieser Betrag wird zunächst nach den einzelnen Gebäudebestandteilen und anschließend nach den beteiligten Gemeinden aufgeteilt.
Liquidität
Im November beträgt die Liquidität des GVV rund 820 000 Euro. Eine Aussage über die Situation zum Jahreswechsel konnte Verbandsrechnerin Lehr jedoch noch nicht treffen, da derzeit unklar ist, wie viele Baurechnungen bis dahin noch eingehen werden.