Fast 4000 Gutscheinkarten sind im ersten Jahr ausgegeben worden. Und es sollen noch viel mehr werden: Drei Großpartner gehen demnächst an den Start. Wir haben nachgefragt, welche.
Den Kanal in den sozialen Medien mit mehr als 9000 Followern hat die Karte quasi von der Balinger Gartenschau 2023 geerbt, erklärt Niko Skarlatoudis. Er ist bei der Stadt Balingen für das Marketing zuständig und gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Handels- und Gewerbevereins, Bernd Flohr, nach einem zeitgemäßen Nachfolger für die HGV-Gutscheine gesucht. Herausgekommen ist die „Balingen Card“, versehen mit dem Zusatz „’s Kärtle fürs Städtle.“
Zur Karte gibt es eine kostenlose App
Dort kann ein Guthaben aufgeladen werden, bis zu 250 Euro pro Monat sind möglich, erklärt Skarlatoudis. Sein Wunsch: noch mehr Firmen gewinnen, die ihren Mitarbeitern Gutsle per Karte schenken. Bei den Global Playern war das bislang nicht sehr attraktiv, räumt der Marketing-Profi ein: „Sie haben zwar viele Mitarbeiter, aber eben auch viele Auswärtige.“ Diese würden eher nicht in Balingen einkaufen.
Jetzt hat Skarlatoudis drei dicke Fische am Haken: Edeka Koch sei bereits mit der Zentrale im Gespräch, wie die Gutscheinkarte ins Kassensystem integriert werden könne. Das selbe gelte für den Balinger Standort der Drogeriekette dm. Und für Pendler dürfte der dritte neue Partner interessant sein – die Shelltankstelle ist demnächst auch am Start. Mit der Drogeriekette Müller sei er außerdem im Gespräch.
Irgendwann soll es ein Bonussystem geben
Bislang hat man bei der Stadt 15 000 Karten, Flyer und Umschläge geordert. Die 48 Händler und Gastronomen, die aktuell dabei sind, haben im ersten Jahr etwa 4000 Gutscheinkarten ausgegeben. Noch funktionieren die Karten lediglich als Guthabenkarte, sagt Skarlatoudis und legt die Betonung auf „noch“. Irgendwann soll es auch möglich sein, Bonuspunkte zu sammeln und in den Betrieben der Partner einzulösen.
Balingen arbeitet, wie viele Kommunen, mit der Firma „Simply Card“ aus Karlsruhe zusammen. Vom Wirtschaftsministerium in Stuttgart habe es eine Förderung zum Start des Programms gegeben. 50 000 Euro seien aus der Landeshauptstadt geflossen, sagt Skarlatoudis. „Damit waren 70 Prozent der Kosten gedeckt.“ Außerdem habe es Sponsoren gegeben, nämlich die Sparkasse, die Volksbank und Möbel Rogg.
In der App gibt es auch Gewinnspiele
Zur Karte gehört auch eine App, die im jeweiligen App-Store kostenfrei heruntergeladen kann. „Das funktioniert für IOS und Android“, erklärt Skarlatoudis. Und kann sich lohnen, wie er betont. Im Sommer zum Beispiel gab es in der App ein Gewinnspiel. Hauptpreis war ein 500-Euro-Gutschein. Diesen hatte die Stadt Balingen bereit gestellt. Aber es gab auch Tickets, Schmuck oder Freikarten zu gewinnen.
Registrierte User können sich schon auf den Advent freuen, sagt Skarlatoudis. Dann öffnen sich in der App 24 virtuelle Türchen. Mal gibt es einen kostenlosen Kaffee zu gewinnen, mal Rabatte in den Partnergeschäften, verrät er.
Warum das alles? „Wir sind eine schöne Einkaufsstadt“, meint der „Vater der Balingen-Card“. Ihm und seinen Kollegen und den Partnern sei es wichtig, dass das Geld der Kunden vor Ort ausgegeben werde und im Städtle bleibe.