Ein Benefizkonzert zum 80. von Dieter Brandes vereint Musik und Mission: Mit Gitarren, Chor und Herz sammelt der Lionsclub Spenden für Ausbildungsprojekte in Afrika.
Es war ein Konzert anlässlich des 80. Geburtstagstags des ehemaligen Stadtpfarrers Dieter Brandes, das zur Wohltätigkeitsaktion geriet .
„Gitarren statt Gewehre“ lautet schon seit Jahren einer der Leitsprüche der wohltätigen Arbeit, der sich der ehemalige evangelische Stadtpfarrer Dieter Brandes verschrieben hat. Und so lag wohl die Idee nahe, seinen Lions-Freund Michael Hampel, seines Zeichens Professor für Gitarre an der Musikhochschule Freiburg, für ein Benefizkonzert zugunsten der Aktion an der Gitarre zu gewinnen.
Das Herz der Veranstaltung
Am Samstagabend fand nun dieses Konzert anlässlich des 80. Geburtstags von Dieter Brandes statt. „Du bist das Herz dieser Veranstaltung“, würdigte der aktuelle Vorsitzendes des Lionsclubs Schwenningen, Andreas Lorenz, den Jubilar und ermunterte das Publikum in der evangelischen Johanneskirche zu großzügigen Spenden: „Heute wird Gutes getan.“
So verzichteten auch die Musiker auf ihre Gage, sodass der gesamte Erlös gespendet werden konnte. Damit sollen konkrete Ausbildungsprojekte in Ruanda und im Kongo gefördert werden.
Im Ausbildungszentrum „CAPA“ der Communauté Baptiste au Centre de l’Afrique im Kongo sei sogar ein eigener Gitarrenbauzweig entstanden, der Jugendlichen neue Perspektiven eröffnet und der dem Projekt seinen Namen gegeben habe. Diese Ausbildung sichere den jungen Menschen vor Ort nicht nur den Lebensunterhalt, sondern stärke auch die lokale Wirtschaft und schaffe dringend benötigte Arbeitsplätze. Zugleich unterstütze die Arbeit mit den Instrumenten die psychosoziale Betreuung junger Menschen, die dort oft unter den Folgen von Armut und Gewalt litten.
Und so wurde die Gitarrenmusik in der Schwenninger Kirche gleichzeitig zu den „Sounds for Africa“, wie das Konzert am Samstag überschrieben war. Denn im Zentrum standen klar Gitarrenstücke aus allen Epochen, die von Michael Hampel und seinem Sohn Phileas Baun interpretiert wurden.
Das war geboten
Das Programm spannte einen großen musikalischen Bogen von der Klassik bis in die Moderne, von spanischen Klangbildern über russische Programmmusik bis hin zum Tango Nuevo und zeitgenössischen Gitarrenklängen. Am ungewöhnlichsten waren aber sicherlich Vivaldis „Andante e-Moll“ und das festliche „Gloria“ in einer besonderen Fassung für Chor, Klavier und Gitarren, die Kantor Christof Wünsch eigens für dieses Konzert arrangiert hatte.
Da trat dann der sangesstarke Bach-Chor der Kirchengemeinde hinzu und setzte dem bislang eher reduzierten Konzertabend einen barocken Kontrapunkt entgegen. Drei mitreißende Gospels rundeten den Abend musikalisch ab, sodass das Publikum sicherlich gerne noch einmal in den Geldbeutel griff, um die Projekte großzügig zu unterstützen. Auch Jubilar Dieter Brandes und seine drei Ehrengäste aus Afrika, Vital Banywesize Mukuza, Leiter von CAPA und abgeordneter im Kongo-Parlament in Kinshasa, Bischof Jered Kalimba, anglikanischer Bischof und Gründungsrektor der Gewerbeschule Hanika-Ruanda, und Bischof Eraste Bigirimana, anglikanischer Bischof und Leiter einer Gewerbeschule der Anglikaner in Burundi, rührten noch einmal die Werbetrommel und standen für Gespräche zur Verfügung.