Freude am Wohlklang – obwohl leicht verstimmt (von rechts): Hartmut John, Dieter Bombel und Carl Glauner mit dem betagten Klavier. Wenn das schöne Liedchen vom Bier und dem Klavier seine Richtigkeit hat, kann es dem Instrument in einer Brauerei ja tatsächlich nicht schlecht gehen. Foto: B. Schwarz

Voller Freude bestaunte Brauereichef Carl Glauner in Alpirsbach das gute Stück. Ein altes Klavier, ein "Ed. Seiler Berlin-Liegnitz", schmückt jetzt seine "Brauwelt" in der Klosterbräu.

Alpirsbach/Freudenstadt - Das imposante Instrument soll dort nicht nur "schmücken", sondern auch bespielt werden. Die 1994 eingerichtete Brauwelt ist die gute Stube der Traditionsbrauerei, in der Empfänge und Präsentationen, interne und öffentliche Veranstaltungen stattfinden. Sie wird auch von Mitarbeitern für Treffs und gesellige Projekte genutzt.

Da ist ein edles Klavier hochwillkommen. Zumal mit Hartmut John, dem vielseitigen Öffentlichkeitsarbeiter der Brauerei, ein Hobbymusiker bereitsteht, der so ziemlich alles zum Klingen bringt, was weiße und schwarze Tasten hat, in erster Linie Keyboards. Aber auch antikes Gerät ist John nicht unbekannt, zu Hause spielt er auf einem Klavier, das nahezu so alt ist wie der Berliner Kollege aus der 1849 gegründeten "Eduard Seiler die Pianoforte-Fabrik zu Liegnitz". Und der hat rund 150 Jahre auf dem gepflegten Kasten.

Aus dem Haus der Familie Bombel

Das Klavier stand einst, runderneuert und aufpoliert vom Musikhaus Rudert, im Haus der Familie Dieter Bombel, von 1980 bis 2004 Chefarzt am Freudenstädter Krankenhaus. Auf dem Klavier spielte Bombel in früheren Jahren häufig, nahm auch Klavierstunden bei Freudenstädter Lehrern.

Inzwischen 83 Jahre alt, machten die Finger nicht mehr so recht mit, das Klavier verstummte. Da besann sich Bombel seiner langjährigen Freundschaft mit dem Brauereichef Carl Glauner, der nach einem passenden Instrument suchte.

Langjährige Freundschaft

Die Freundschaft übrigens entspann sich einst zwischen den Eltern des heutigen Brauereichefs, zwischen Carl Glauner senior, dessen Frau Ilse und dem Ehepaar Bombel.

Die Freundschaft ging nach dem Tod des Seniors im Jahr 1985 auf die nächste Brauer-Generation über, auch verbunden durch die Rotarier. Bei der Übergabe des Geschenks war die Freude beidseitig: Carl Glauner hat das gewünschte Instrument aus gutem Haus, und Dieter Bombel weiß es in guten Händen. Und gut klang es auch noch, als Hartmut John ein paar schwungvolle Takte zur Begrüßung spielte. Doch alle Drei waren sich einig: Nach dem Transport muss das gute Stück dringend neu gestimmt werden.