Vom Bakelit-Telefon zum digitalen Kommunikationsexzess: Unser Lörracher Redakteur hat die Geschichte miterlebt.
Es hat sich ein bisschen was verändert in unserer Kommunikation: Ich kenne noch die alten Bakelit-Telefone, obwohl sie während meiner Kindheit in den 70er Jahren schon aus der Mode waren: jene schweren, schwarzen Fernsprecher, die heute ikonischen Designcharakter haben.
Wir dagegen hatten zuhause schon ein orangefarbenes Telefon der Plastik-Ära, später natürlich ein fancy Tastentelefon. Mein erstes Handy hatte eine Antenne wie ein Funkgerät beim Militär, und als die erste E-Mail in der Redaktion eintrudelte, schauten wir wie hypnotisierte Kaninchen acht Minuten auf die sich drehende Sanduhr.
Heute ploppen die E Mails im Minuten-Takt auf, parallel kommunizieren wir intern schriftlich und in Videokonferenzen auf Teams, zwischendurch klingelt das gute alte Telefon, nebenbei bitte Instagram und Facebook im Blick behalten, über Whatsapp könnte auch noch eine Info aufschlagen – und manchmal reden wir sogar in Präsenz miteinander. Wie unser Gehirn das verkraftet, ist mir ein Rätsel.
Unterdessen steht in unserem Büro immer noch eine alte Schreibmaschine aus den frühen 1990er Jahren. Als neulich ein zwölfjähriges Mädchen in unser Zimmer kam, blieb sie unvermittelt vor der alten Maschine stehen und sagte: „Cool: ein Faxgerät.“