Warum es manchmal gar nicht so viel braucht, um glücklich zu sein.
Was haben wir für unsere Eltern zu Weihnachten und zum Geburtstag nicht alles als Geschenk ins Spiel gebracht... Die Antwort war immer die gleiche. „Ich brauche wirklich nichts“, sagte meine Mutter. „Eine Flasche Wein“ sagte mein Vater. Einmal haben meine Schwester und ich sie mit bereits bezahlten Karten in eine berühmte Magier-Show gezwungen. „Ja...doch..., nett“, sagten meine Eltern hinterher.
Als ich noch ein Kind war, wurde bei Familienfesten zu vorgerückter Stunde oft gesungen. Vom Riesling leicht illuminiert, sang die Pfälzer Großfamilie – einige waren Chormitglieder – kraftvoll und lebensfroh, aber auch mit einem gewissen ehrfürchtigen Ernst. Für mich war das ganz normal.
Erst später wurde mir klar, dass viele von ihnen zwei Weltkriege miterlebt hatten: als Kind und als erwachsener Mensch. Irgendwann kam mir im Dilemma unserer Elterngeschenke-Hysterie dieses Bild in den Sinn: der gemeinsame Gesang älterer Menschen bei Tisch. Dieses Glück im Kleinen, im Beisammensein. Manchmal legte meine Großtante ihre Hand fast unmerklich auf die Hand ihres Ehemanns – da habe ich begriffen, dass es für Menschen ein großes Geschenk sein kann, einfach in Frieden und in Zuneigung miteinander alt zu werden.