Manchmal haben selbst die Akteure selbst sympathischerweise Schwierigkeiten mit ihrem Namen, hat unser Autor erlebt.
Eine eherne Journalistenregel lautet: Keine Scherze mit Namen!
Im privaten Umfeld allerdings muss sich niemand eine solche Beschränkung auferlegen. Da kann ein jeder nach Herzenslust Namen und Wörter verballhornen, wie das absichtliche Verdrehen eines Begriffs genannt wird. Das Verb soll auf den Lübecker Buchdrucker Johann Balhorn den Jüngeren zurückgehen, der im 16. Jahrhundert zahlreiche Texte „verschlimmbesserte“.
Hand aufs Herz: Haben wir nicht alle schon einmal den Schwarzwaldverein zum „Schwarzwurstverein“ gemacht? Ist uns nicht schonmal auf der Zunge der Erzbischof zum „Erdbeerschorsch“ geraten? Und ob angesichts einer Aufführung der Verdi-Oper „Rigoletto“ die Aussage „Heute kommt der Riegel-Otto“ in den Ohren von Klassikfreunden Anklang findet, sei mal dahingestellt.
Schmunzeln musste ich allerdings doch, als vor wenigen Tagen die Ankündigung eines Lörracher Chors ins E-Mail-Postfach flatterte. Offenbar stehen selbst die Akteure selbst manchmal mit ihrem Namen auf Kriegsfuß: Im Betreff der Mail des Motettenchors Lörrach stand zweifelsfrei „Mottenchor“ – sympathisch und allzu menschlich. Da kriegst du die Motten!