Papierkörbe können Wertvolles enthalten – aber Erinnerungen sind unbezahlbar, findet unser Autor.
Das erlebt man auch nicht alle Tage: Da wurde ein zusammengeknülltes Stück Papier in den Papierkorb geworfen – und 61 Jahre später ist es eine halbe Million Dollar wert.
Bei besagtem Papier handelt es sich um zwei vergilbte Schreibmaschinenseiten mit drei frühen Textentwürfen des Songs „Mr. Tambourine Man“ – getippt von Herrn Zimmerman höchstselbst, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Bob Dylan. In den Papierkorb von Journalist Al Aronowitz geworfen hatte er sie 1964 bei einem Besuch in dessen Wohnung. 2025 sind die Lyrics-Blätter versteigert worden.
Derlei Funde sind bei mir zuhause eher nicht zu erwarten. Aber kürzlich fiel mir das Magazin zum „Stimmen“-Festival 2015 wieder in die Hände. In jenem Jahr waren Dylan, damals noch nicht Literaturnobelpreisträger, und Status Quo, damals noch mit Bandmitbegründer Rick Parfitt, zu Gast auf dem Lörracher Marktplatz.
An das Quo-Konzert denke ich bis heute gerne zurück, zumal es der letzte Auftritt mit dem Ende 2016 verstorbenen Parfitt in der Region war. Das kann einem keiner mehr nehmen – und mal ganz unter uns: Erinnerungen sind mit keinem Geld der Welt aufzuwiegen.