Schöne Erinnerungen gibt es nicht per Mausklick.  Foto: Die Oberbadische

Wenn ein liebgewonnenes Geschäft schließt, ist das immer ein Einschnitt, findet unser Autor.

Gerne werfe ich für diese oft benutzte Redewendung fünf Euro ins Phrasenschwein. Aber: Mit der Schließung der Altweiler Buchhandlung Lindow geht für mich tatsächlich eine Ära zu Ende.

 

Wenn Elke Gründler-Lindow ihren Buchladen Ende Juni aus Altersgründen schließt, dann ist das auch das Aus für einen Ort, mit dem ich viele schöne Kindheitserinnerungen verbinde.

Etwa jene, wie einst ein Buch, das ich sehnlichst erwartete, nicht da war und ich dies mit dem Satz „Das ist ja ein Saftladen“ quittierte.  Als Trost schenkte mir eine Mitarbeiterin einen Aufkleber, auf den sie schrieb: „Für Adrian aus dem Saftladen“ – noch jahrelang prangte er an meiner Kinderzimmertür.

„Der Lindow“ war für mich auch als Kind fußläufig erreichbar, und Elke Gründler-Lindow konnte (fast) alles über Nacht bestellen: Bücher, Hörspielkassetten, Videos, später DVDs und Blu-Rays. Und immer gab es ein gutes Wort oder eine Empfehlung.

Wir tun gut daran, solche Geschäfte vor Ort zu erhalten. Denn mal ehrlich: Bei Amazon & Co. lässt sich auch alles bestellen – aber schöne Erinnerungen gibt es nun mal nicht per Mausklick.