Manchmal lohnt es sich, genauer hinzusehen, wie ein schlechter Ruf zustande kam. Etwa beim Piranha, findet unser Autor.
„Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert“, weiß der Volksmund. Manchmal aber lohnt es sich, genauer hinzusehen, wie denn ein schlechter Ruf überhaupt zustande kam. Zum Beispiel beim Piranha.
Diese in Südamerika vorkommenden Fische aus der Familie der Sägesalmler verdanken ihren Ruf dem US-Präsidenten Theodore Roosevelt (ja, das ist der, der dem Teddybären seinen Namen gab, aber das ist eine andere Geschichte).
Im Jahr 1913 unternahm Roosevelt eine Entdeckungsreise durch den Regenwald Brasiliens. Weil dem Besucher ein besonderes Schauspiel geboten werden sollte, „durfte“ er mit ansehen, wie eine tote Kuh im Fluss von Tausenden von Piranhas angefallen wurde.
Was Roosevelt nicht wusste: Im nach ihm benannten Rio Roosevelt war der betreffende Flussabschnitt Tage zuvor mit Netzen abgeriegelt und mit unzähligen von Fischern gefangenen Roten Piranhas besetzt worden. Nach Tagen ohne Nahrung stürzten sich die Tiere entsprechend auf die erste Beute, derer sie habhaft werden konnten. Und schon war der schlechte Ruf in der Welt und prägt das Image der Piranhas bis heute.
Was die Fische wohl selbst dazu sagen würden? Vielleicht: „Ist der Ruf erst ruiniert...“