Wer immer nur aufs Handy schaut, der verpasst etwas, findet unser Autor. Foto: Die Oberbadische

Das Leben passt nicht auf ein Handydisplay, findet unser Autor.

Als ich am Freitag in den Feierabend ging und an der Haltestelle Museum/Burghof auf den Zug wartete, gab es am Himmel ein zwar keineswegs seltenes, aber dennoch nicht alltägliches Naturschauspiel zu bestaunen: einen Regenbogen, der an dem nach einem Schauer gerade wieder aufhellenden Himmel zu sehen war. Ein schöner Anblick!

 

Seltsam, dachte ich unwillkürlich: Außer mir sieht den offenbar keiner. Nein, keine Sorge: Es passiert mir glücklicherweise sonst eher selten, dass ich Dinge sehe, die außer mir keiner bemerkt.

Vielmehr waren die sieben oder acht mit mir auf den Zug Wartenden alle in ihr Schlaufon, Verzeihung: neudeutsch natürlich Smartphone, vertieft. Es fiel in den Minuten, bis der Zug kam, keinem ein, den Blick auch nur eine Sekunde vom Handydisplay zu heben.

Ist ja auch ganz schön langweilig, diese analoge Welt! Filmchen mit klavierspielenden Katzen oder Fragen wie „Was passiert, wenn ich einen Kaktus umarme?“ sind da natürlich spannender.

Mal im Ernst: Es lohnt sich, hin und wieder den Blick vom Handy zu nehmen. Man könnte dabei etwas Schönes entdecken. Und sei es ein Regenbogen am Himmel über Lörrach.