Etwas zerstreut zu sein, gibt nicht gleich zu Bedenken Anlass. Nachdenklich macht es aber doch, findet unsere Autorin.
Derzeit wundere ich mich zusehends über mich selbst. Ein bisschen verschusselt sein – okay, passt eigentlich nicht zu mir, sei aber entschuldigt.
In den vergangenen Wochen ploppten bei mir indes merkwürdige Vorkommnisse auf. Der Schlüssel in der Handtasche fehlte, war zumindest trotz mehrfachen Ausleerens unauffindbar. Am nächsten Morgen war er aber drin.
Das Auto habe ich 100-prozentig am Abend abgeschlossen. Morgen waren die Türknöpflein oben. Als ich dann beim schlaftrunkenen Öffnen des Kühlschranks in selbigem ein Seifenstück fand, wurde ich nachdenklich. Lebt bei uns ein Kobold? Pumuckl 2.0.? Oder bin ich einfach gaga?
Ein Freund indes beruhigte mich. „Kenn’ ich alles. Zu viel Stress. Da ist halt die Festplatte voll.“ Ein wenig irritiert bin aber immer noch. Was tun, wenn das immer schlimmer wird?
Vielleicht brauche ich einfach ein wenig väterliche Unterstützung. Die bekam ich dann tatsächlich. Abends klingelte es. Zwei nette Polizisten. „Ihre Haustür steht auf. Wir wollten nur mal nachfragen, ob alles okay ist.“
War es. Denn diesmal war ich unschuldig. 100-prozentig! Und der Schuldige ist garantiert kein Kobold. Sondern ein ebenso verschusselter Mensch wie ich. Beruhigend.