Unermüdlich suchen die Obernheimer Grundschüler nach Kleintieren, um von ihnen Zeichnungen anzufertigen. Foto: Alexandra Kischkel-Bahlo

Schüler der Grundschule Obernheim haben das Naturerlebniszentrum der Sparkassenstiftung Umwelt und Natur in Oberdigisheim besucht.

Auf dem Programm stand die Suche nach Kleinlebewesen in einem Fließgewässer: Unterricht im Freien statt Kreidetafel für die Erst- und Zweitklässler aus Obernheim. In Begleitung ihrer Klassenlehrerin Yvonne Eppler lernten 17 Kinder die Ökologie von Fließgewässern kennen.

Dass Wasser nicht gleich Wasser ist, darauf stimmte der Stiftungsökologe Hannes Schurr die Schüler ein. Denn in einem sauberen Bach lebten andere Tiere wie in einem durch Schadstoffe belasteten Gewässer. Die in einem Bach lebenden Tiere gäben Auskunft über die Qualität des Wassers.

Flusskrebse sind nur in sauberen Gewässern zu finden

An der Oberen Bära rüstete Alexandra Kischkel-Bahlo die Schüler mit Küchensieb zum Fangen der Tiere, Plastikdose und Pinsel aus. Mit dem Pinsel werden die kleinen Tierchen aus dem Küchensieb vorsichtig in die mit Wasser gefüllte Plastikdose gesetzt.

Die Kinder suchten zwischen Wasserpflanzen und unter Steinen im strömenden Wasser nach den kriechenden, zappelnden und zuckenden Mini-Lebewesen. Plötzlich ein Schrei, im Kescher eines Mädchens war ein toter Flusskrebs gelandet.

Die Schüler staunten über die großen roten Scheren des 20 Zentimeter großen Edelkrebs. Die stark gefährdete Krebsart kommt nur in sauberen Gewässern vor und war vermutlich Opfer des vergangenen Hochwassers.

Obernheimer Schüler werden in Oberdigisheim selbst zu Notengebern

Zurück im Naturerlebniszentrum wurden die Wassertierchen wie Bachflohkrebs und Köcherfliegenlarve vorsichtig unter das Mikroskop gelegt, gezeichnet und anschließend einer fünfstufigen Notenskala zugeordnet.

Dabei wurden die Schüler zu Notengebern und staunten über das Ergebnis: Die Obere Bära hat eine gute bis sehr gute Wasserqualität. Schurr fügte ergänzend hinzu: „Die Bestnote ist eigentlich keine Überraschung, denn der Quellursprung liegt nur wenige Kilometer entfernt“.

Yvonne Eppler und die Stiftungsmitarbeiter sind von der Nachhaltigkeit der Veranstaltung überzeugt. Die Grundschüler lernten viele Tierarten kennen, verknüpften diese mit der Qualität des Lebensraums – und sie wurden für die Bedeutung der Wasserqualität sensibilisiert. Die Tierchen wurden schnell wieder zurück in den Bach gesetzt.