Die Kläranlage in Wälde ist nicht mehr zeitgemäß und kommt an ihre Kapazitätsgrenzen. Foto: Fuchs

Neue Regeln und der Anschluss immer neuer Haushalte werde zu einer Herausforderung für die Kläranlagen der Gemeinde Loßburg. Die Stadtverwaltung will daher mehrere Gutachten in Auftrag geben, um eine Lösung zu finden.

Loßburg - Derzeit wird die Kläranlage in Glatten erweitert. 3,82 Millionen Euro kostet das Projekt, welches 2022 fertiggestellt werden soll (wir berichteten). In Zukunft könnten weitere ähnliche Maßnahmen auf die Gemeinde Loßburg zukommen. Denn auch die Kläranlagen in Wittendorf und Wälde sind nicht mehr zeitgemäß.

Phosphat im Neckar

Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass das Land bald die sogenannte vierte Reinigungsstufe vorschreiben wird, durch die zum Beispiel Medikamentenreste oder Hormone aus dem Wasser gefiltert werden sollen.

"Hinzu kommt die europäische Wasserrahmenrichtlinie, die den Phosphatgehalt im Neckar vorschreibt", erklärt Bürgermeister Christoph Enderle. So müssten mittlerweile neben der Landwirtschaft auch die Kläranlagen einen Beitrag dazu leisten, die Phosphat-Menge in Gewässern zu reduzieren.

Ein weiteres Problem: Die Kläranlage in Wälde kommt mittlerweile an ihre Kapazitätsgrenze. Dorthin fließen die Abwässer aus Dornhan-Busenweiler, Betzweiler, dem Industriegebiet Betzweiler und Wälde selbst.

Kosten noch unklar

Durch das stete Wachstum der Orte falle auch immer mehr Abwasser an, das hier gereinigt werden müsse. Derzeit könne die Menge noch bewältigt werden, so Bürgermeister Enderle, "aber künftig passt es nicht mehr".

Wie dieses Problem gelöst werden kann, sollen mehrere Gutachten klären, welche die Stadtverwaltung in Auftrag geben möchte. Voraussetzung dafür ist, dass der Gemeinderat dem aktuellen Haushaltsplanentwurf zustimmt. Dann wird in einem nächsten Schritt die Ausschreibung für das Gutachten vorbereitet. Von diesem hängt es dann ab, welche weiteren Schritte unternommen werden. "Je nachdem, was dabei herauskommt, müssen gewisse Investitionen geleistet werden", so Enderle.

Bis es zu konkreten Maßnahmen kommt, wird es also noch eine Weile dauern. Mögliche Optionen sind laut Enderle eine Erweiterung der Kläranlagen oder ein Anschluss an einen benachbarten Abwasserzweckverband. Worauf es letztendlich hinauslaufen wird und wie viel das Ganze kosten könnte, kann Enderle derzeit noch nicht abschätzen. "Wenn ich das wüsste, bräuchten wir kein Gutachten."

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: