Der Verein der Freunde und Förderer des Schwarzwälder Freilichtmuseums Vogtsbauernhof konnte in diesem Jahr einen runden Jahrestag begehen, auch wenn es keine 60 Jahre waren, wie beim Museum selber. Zwei Projekte stehen im Fokus.
Der Vorsitzende Gerd Baumer blickte bei der Hauptversammlung im Winzerhaus auf die Anschaffungen für das Museum zurück, die ermöglicht wurden, unter anderem ein Modell des Effringer Schlössle oder der zum Schlössle passende NSU Prinz. Nun werde seit einiger Zeit gespart für das „Ortenau-Forum“ im Obergeschoss des Ortenauhauses.
Über den Stand des Projekts informierte der wissenschaftliche Leiter des Museums, Thomas Hafen. Technisch sei das Projekt nicht einfach zu realisieren. Er habe sich ein ähnliches Beispiel im Stadtmuseum in Kempten angesehen, dass 90 000 Euro gekostet habe. Drei Mitarbeiter hätten dort drei Jahre gebraucht, die notwendigen Daten einzugeben. „Das können wir uns nicht leisten“, so Hafen. Es sei jedoch gelungen, die Kosten zu senken, auch indem mit der PH in Freiburg zusammengearbeitet werde.
Die Hardware für das Projekt wird über den Verein finanziert – dabei handelt es sich um ein Relief der Ortenau für die Projektion von Daten zur Geschichte, sowie den Beamer dazu. Die Kosten der Software-Entwicklung werden teils vom Museum getragen, teils über Drittmittel generiert. Die Themen der Projektionen sollen nach und nach ausgearbeitet werden.
Geplant war die Eröffnung im Jahr 2025. Im Frühjahr 2025 soll mit der Realisierung begonnen werden, Hafen und Baumer zeigten sich optimistisch, dass das Projekt zum Saisonbeginn 2026 eröffnet werden könne, optimistisch auch aufgrund einer Spende, die dem Verein ins Haus steht. Aus einem Nachlass wird der Verein gut 20 000 Euro bekommen.
Ein weiteres Projekt ist die „Wurstküche“, die im Falkenhof ausgestellt werden soll. Theo Benz hatte im ehemaligen Gasthaus „Lamm“ in Kuhbach alte Fleischereimaschinen entdeckt und sich an Baumer gewandt. Es gelang, die Maschinen auszubauen, die nun auf dem Speicher des Hermann-Schilli-Haus lagern. Die Baumaßnahmen für die Wurstküche laufen, wie der technische Leiter des Museums, Horst Biegert, bestätigte. Eröffnung soll zum Saisonauftakt 2025 am 30. März sein.
Jutta Gnädig, stellvertretende Vorsitzende, berichtete, dass der Verein im Jahr 2024 elf Mitglieder hinzu gewonnen habe, insgesamt sind es 155. Das Museum sei ein Eigenbetrieb des Ortenaukreises und müsse sich selber tragen, erklärte Gnädig. Der Kreis habe bisher bei großen Projekten zugeschossen. Im Moment werde mit knappem Gewinn kalkuliert. Die Eintrittspreise werden zur Saison 2025 um durchschnittlich 1 Euro erhöht. Der Vorstand schlug daher vor, die Mitgliedsbeiträge entsprechend anzupassen. So beträgt der Beitrag einer Einzelperson ab 2025 45 Euro statt wie zuvor 35 Euro. Der Vorschlag wurde einstimmig angenommen.
Gottfried Moser bescheinigte Kassiererin Margit Langer eine perfekt geführte Kasse und empfahl sowohl ihre Entlastung als auch die des gesamten Vorstands. Diese wurde von den Mitgliedern einstimmig erteilt. Bürgermeister Siegfried Eckert dankte dem Vorsitzenden Gerd Baumer für die geleistete Arbeit für das Museum mit etwas „Flüssigem“ aus Durbach.
Sagen
Zum Abschluss unterhielt Willi Keller die Anwesenden mit Sagen aus der Ortenau, bei denen es sich, passend zur Jahreszeit, um Wiedergänger handelte, die Sünden begangen hatten und daher nach ihrem Tod keine Ruhe fanden.