Der Cannabis-Verein „Ottlieb“ hat bei der Suche nach Räumen Fortschritte gemacht. Beim Regierungspräsidium hat er einen Zulassungsantrag gestellt. Allerdings stellen ihn die für den Anbau erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen vor Herausforderungen.
Der Cannabis-Social-Club „Ottlieb“ hat weitere Schritte in Richtung Anbau und Vereinsheim getan. „Seit unserem letzten Update hat sich viel getan“, berichtet der Verein einer Mitteilung. „Unsere Bemühungen, ein gesetzlich vorgeschriebenes Vereinsheim zu schaffen, um dort unsere Präventionsangebote, eine kleine Bibliothek für Mitglieder und einen Sozialraum zu etablieren, nehmen konkrete Formen an.“
Dabei stehe die Gruppe in Kontakt mit dem Gutacher Bürgermeister Siegfried Eckert. An diesen habe sich „Ottlieb“ mit der Frage gewandt, ob eine Zwischennutzung des Alemoserhofs in Gutach für seinen Verein möglich wäre. „Herr Eckert hat zugesichert, dieses Anliegen an den Gemeinderat weiterzuleiten. In der öffentlichen Gemeinderatssitzung im Februar werden wir zudem unsere Pläne persönlich vorstellen und hoffen auf eine positive Entscheidung“, so der Verein. Das erste Objekt, das der Verein inas Auge gefasst hatte, war nämlich nicht in Frage gekommen. Es hatte eine Holzstützkonstruktion, aber die Anforderungen erfordern ein gemauertes Gebäude.
Auch bei der Suche nach einem geeigneten Anbauort habe er Fortschritte gemacht. Der ursprünglich geplante Standort erwies sich nach einer Sicherheitsprüfung der Polizei als zu kostspielig in der Umsetzung der notwendigen Umbauten. „Doch wir konnten schnell reagieren und alternative Räumlichkeiten zur polizeilichen Prüfung organisieren. Einer dieser Standorte wurde bei der polizeilichen Sicherheitsprüfung als sehr geeignet eingestuft.“ Wie Vereinsvorsitzender Luca Wöhrle auf Nachfrage unserer Redaktion erklärt, habe „Ottlieb“ beim Regierungspräsidium Freiburg einen Zulassungsantrag gestellt. Damit dieser genehmigt wird, muss der Verein bei der Anbaufläche gewisse Sicherheitsstandards erfüllen, die die Polizei erfüllt. „Dazu gehören zum Beispiel Sicherheitstüren, Videokameras und eine Schleuse“, führt Wöhrle aus.
Wöhrle hält Anforderungen für übertrieben
Er gibt zu, dass er viele der Anforderungen für übertrieben hält. Momentan sei der Verein dabei, zu eruieren, wie er die Anforderungen erfüllen kann. „Sicherheitsfenster sind beispielsweise zu teuer, dann überlegen wird, ob wir das Fenster nicht besser zumauern“, so Wöhrle.
Generell sei die Kostenfrage schwierig zu beantworten. „Die Sicherheitsstandards zu erfüllen, ist teuer, aber auf der anderen Seite dürfen wir keine Öffentlichkeitsarbeit machen, um Gelder zu gewinnen“, berichtet Wöhrle. Der Verein dürfe sich nur über Spenden der Mitglieder finanzieren, „und die Auflagen könnten wir so nur über eine Sonderumlage bezahlen. Wenn jeder mal 1000 Euro springen lassen muss, sind wir schnell elitär, was wir verhindern wollten“, sagt Wöhrle. Er bedauert des Weiteren, dass aufgrund der hohen Auflagen ein Außenanbau nicht möglich ist. „Das ist leider komplett ausgeschlossen. Was schade ist, wenn man bedenkt, dass Hanf in unseren Breitengraden hervorragend wachsen würde“, meint Wöhrle. Er gibt zu bedenken, dass die Pflanze nur in ihrer Blütezeit THC enthält.
Geld kann der Verein nur über Spenden einnehmen
„Unser Ziel bleibt es, mit dem Vereinsheim einen Ort zu schaffen, an dem Prävention, Bildung und sozialer Austausch Hand in Hand gehen und auch bald einen Anbauort zu haben, um mit der Produktion von Cannabis zu beginnen. ,Ottlieb’ setzt sich weiterhin mit aller Kraft dafür ein, eine Lösung zu finden, die sowohl unseren Mitgliedern als auch der Gemeinschaft zugutekommt“, schreibt der Verein in der Pressemitteilung. Er freue sich über weitere Angebote bezüglich geeigneter Räume für das Vereinsheim.
Mitgliederzahl
Derzeit hat der Verein Ottlieb sieben Mitglieder, es gibt laut dem Vorsitzenden Luca Wöhrle jede Menge Interessierte, die dem Verein beitreten wollen. „Wir haben sehr viele Anfragen, aber wir wollen zuerst die Satzung beschließen und die Lizenz einholen, bevor wir wie alle aufnehmen“, erklärt der Vorsitzende.