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Gutach Was sich hinter der Welt der Pilze verbirgt

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Peter Hagmeyer, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins, bedankte sich bei der Referentin Karin Pätzold. Foto: Dorn Foto: Schwarzwälder Bote

Gutach. "Es geht eine ewige Schönheit durch die Welt." Mit diesem Zitat Reiner Maria Rilkes hat Peter Hagmeyer, Vorsitzender des Gutacher Obst- und Gartenbauvereins, den Vortragsabend im Gasthaus Neue Linde zum Thema "Faszination Pilze" begonnen.

Referentin Karin Pätzold nahm die poetische Einladung an und offenbarte die Pracht, die in den kleinsten Dingen steckt und nahm die Zuschauer mit auf eine Reise in die Welt der Pilze, die sich selbst für leidenschaftliche Sammler nur aus wenigen bekannten Speisepilzen wie Steinpilz, Maronenröhrling oder Pfifferlingen beschränkt. Ausgestattet mit einer guten Kamera, einem leistungsstarken Mikroskop und der Tusche ihrer Mutter streift die Hornberger Mykologin offenen Auges durch die Wälder zwischen Gutach und Triberg und findet selbst im Winter interessante Pilze. Ihr jüngster Fund "pleomassaria siparia" verfügt noch über keinen deutschen Namen.

Neuester Fund trägt bisher den Namen "pleomassaria siparia"

Die Bilderschau in teilweise psychedelischen Farben zeigte die verborgene Welt der kleinsporigen Resupinatstachlinge, der Zerfließenden Gallertträne und des schmackhaften Schweinsohrs. Ab und an schafft es einer dieser Unbekannten in die Medien: Steht das harmlos klingende Weiße Stechelbecherchen doch im Verdacht, Hauptverursacher des Eschensterbens zu sein. Lorchel und Morchel zu unterscheiden kann Leben retten. Der Spitzgebuckelte Raukopf gehört auch heute noch für die Uniklinik Freiburg zu den Hauptverursachern lebensbedrohenden Nierenversagens: Regelmäßig schafft er es in die Körbe der Sammler.

Für die gut unterscheidbaren Großpilze empfahl Pätzold die klassische Zubereitung als paniertes Pilzschnitzel in der Pfanne. Das Sammeln von mehr als einem Kilogramm pro Person und Tag ist laut Waldgesetz untersagt. Auch das Argument, die in manchen Jahren gehäuft auftretenden Exemplare zu trocknen, gilt dabei nicht als Ausrede. Dieses Schicksal wird den meisten von Pätzold beschriebenen Exoten unter den Speisepilzen auch in der kommenden Saison erspart bleiben.

Die Paare unter den Besuchern in der "Neuen Linde" gaben an, ihren Partner auch weiter vor allzu riskanten "Neuerwerbungen" im Pilzkorb abhalten zu wollen. Vielleicht schafft es eine Shiitake-Kultur in den Nutzgarten. Einige Stämme Eichenholz, geimpft mit Shiitake-Sporen aus dem Internet sowie ein, zwei Jahre Geduld – und hinterm Haus kann ein schmackhafter Pilzexot geerntet werden.­

 

Ihre Redaktion vor Ort Hornberg/Gutach

Lena Stangenberg

Fax: 07832 9752-15

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