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Gutach Sprache ist auch ein Stück Kultur

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Gertrudis Weiß (von links), Wendelinus Wurth, Karlheinz Debacher, Stefan Pflaum und Akkordeonistin Claudia Schmid brachten den alemannischen Zungenschlag näher. Foto: Jehle Foto: Schwarzwälder Bote

Verschmitzt, bissig oder samtweich – der alemannische Zungenschlag kann alles: Beim Mundart-Abend haben Karlheinz Debacher, Stefan Pflaum, Wendelinus Wurth und Gertrudis Weiß das Publikum auf einen Streifzug durch die Liebe und das Leben mitgenommen.

Gutach. Eingeladen hatte die "Muettersproch-Gsellschaft Kinzig-, Wolf- und Gutachtal" in Zusammenarbeit mit dem Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof. "Seit vielen Jahren führen wir gemeinsame Veranstaltungen durch und das Miteinander ist traumhaft", begrüßte Thomas Hafen, wissenschaftlicher Leiter des Freilichtmuseums, die Gäste. Es brauche nur zwei Telefonate mit Ursula Aberle, der Vorsitzenden der Muettersproch-Gsellschaft, und alles sei "unter Dach und Fach".

Letztere hieß die Zuhörer ebenfalls willkommen und stellte die Regionalgruppe kurz vor. "Wenn Sprache verloren geht, ist auch ein Stück Kultur verloren", konstatierte Aberle. Im badischen Raum möchten 15 Gruppen den Erhalt der alemannischen Sprache sicherstellen und laden zu Mundart-Abenden sowie anderen Veranstaltungen ein.

Der Dachboden des Falkenhofs im Gutacher Freilichtmuseum bot eine wunderbare Kulisse für das Hören der alemannischen Lyrik. Musikalisch stimmig umrahmte Akkordeonistin Claudia Schmid aus Bad Rippoldsau-Schapbach den Abend mit Melodien wie dem "elsässischen Bauerntanz".

Den Auftakt der Lesung übernahm Karlheinz Debacher aus Rust. Er gab Hafen gleich Nachhilfe in der Aussprache seiner Heimatstadt, als der ihn ankündigte. Aus seinem Buch "Duets-es?" trug der Autor Gedichte und Geschichten aus dem Alltag vor.

Mit dem Lied "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt" von Marlene Dietrich stimmte Schmid das Publikum auf den Gutacher Mundart-Poeten Wendelinus Wurth ein, der mit Gertrudis Weiß über Glück und Leid der Liebe deklamierte. Von Johann Peter Hebel gab es "Das Hexlein" zu hören. In einem anderen Gedicht begehrt ein sehnsüchtig am Fenster schmachtender Liebeskranker erfolglos Einlass.

Stefan Pflaum schreibt Verse während er im Stau steht

Stefan Pflaum aus Schallstadt brachte Verse mit, die er im Freiburger Stau auf der Fahrt nach Gutach geschrieben hatte – sozusagen gerade den Stift aus der Hand gelegt. In Anlehnung an Hebels Gedicht "Der Schwarzwälder im Breisgau" rappte Pflaum energiegeladen: "Z’Friburg in der Stadt, wo ssufer isch und glatt; bisch jede Tag platt..." Gerne folgte das Publikum seiner Aufforderung, in den "Stau, Stau, Stau" einzustimmen.

In einer Schlussrunde nahm sich das Quartett in umgekehrter Reihenfolge noch einmal sozusagen im Schnelldurchlauf in alemannischer Wortkunst der großen menschlichen Themen "Glaube-Hoffnung-Liebe" an. Hafen dankte zum Abschluss den Dichtern und der mit großer Kunst vortragenden Gertrudis Weiß für die rund zweistündige Reise durch das "Sprachwunderland".

Der gelungene Abend endete mit der gemeinsam gesungenen Regionalhymne "Hoch Badnerland".

Hausforscher Albrecht Bedal aus Pappenheim ist am kommenden Sonntag, 24. Juni, ab 11 Uhr im Rahmen der Heuboden-Akademie "Zwischen Gäu und Gebirge" im Freilichtmuseum Vogtsbauernhof Gutach zu Gast.

Ihre Redaktion vor Ort Hornberg/Gutach

Lena Weimer

Fax: 07832 9752-15

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