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Gutach Kein Weg führt um die Umleitung

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Viele Zuhörer saßen am Mittwoch im Bürgersaal des Gutacher Rathauses. Das Regierungspräsidium Freiburg informierte über die fünfwöchigen Bauarbeiten zur Fahrbahndeckenerneuerung der Gutacher Ortsdurchfahrt. Foto: Stangenberg Foto: Schwarzwälder Bote

So viele Zuhörer hat es wohl bisher noch nicht in Gemeinderatssitzung in Gutach gegeben. Grund war die Präsentation des Regierungspräsidiums (RP) zur fünfwöchigen Sanierung der Ortsdurchfahrt – und den Konsequenzen für den Verkehr.

Gutach. Daniel Heilig, Projektleiter der Baumaßnahme. stellte dem Gremium und weiteren Zuhörern, unter denen viele Pendler aus Nachbargemeinden und auch Firmenchefs von im Gutachtal ansässigen Betrieben waren, den Anlass und den Ablauf vor.

Was wird gemacht?

In der Ortsdurchfahrt Gutach wird die Fahrbahndecke im Bereich des Bahnübergangs Gutach bis zum Sonnenberg (Sägewerk Spathelf) auf einer Länge von circa 2,2 Kilometern erneuert, weil Fahrbahnschäden auftraten. Die Baumaßnahme erfolgt zwischen den Pfingst- und Sommerferien von 24. Juni bis 26. Juli. Die Arbeiten umfassen das abschnittsweise Abfräsen des vorhandenen Fahrbahnbelags. Während der Maßnahme werden sämtliche Einbauteile (Schächte, Schiebe und Randeinfassungen) angepasst, heißt es auf der Internetseite des RP. Als Material für die neue Fahrbahndecke wird ein lärmarmer Asphalt eingebaut – somit setzt die Gemeinde Gutach gleichzeitig eine Maßnahme zur Verkehrslärmreduzierung um. Diese ist auf Grundlage des Lärmaktionsplans nötig (wir berichteten).

Wer darf in dieser Zeit durch Gutach fahren?

Anlieger, also Anwohner, die innerhalb der Gutacher Ortsdurchfahrt wohnen, arbeiten oder etwas erledigen müssen. Auch dem Buslinienverkehr wird die Durchfahrt weitestgehend gewährt. Im Klartext: "Jeder, der nicht nach Gutach muss, soll die Umleitung nutzen", teilte Heilig mit.

Wie wird der Verkehr geregelt?

Der Verkehr wird in dieser Zeit durch eine Ampelregelung bei den jeweiligen Bauabschnitten geleitet. Das Tempolimit beträgt 20 Kilometer pro Stunde. Anzeigetafeln weisen die Fahrer dabei auf die tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit hin. An drei Samstagen kommt es jedoch zu Vollsperrungen: Am 29. Juni, 13. und 20. Juli. Andere Verkehrsteilnehmer, das heißt auch Berufspendler, auf deren Arbeitsweg Gutach liegt, müssen für die gesamte Bauzeit auf die ausgeschilderte Umleitungsstrecke über die B 294 und L107 zwischen Haslach, Elzach (Prechtal) und Gutach ausweichen (siehe Karte). Somit soll vor allem der überregionale Schwerlastverkehr umgeleitet werden. Den Verkehrsteilnehmern von und zur Autobahn A 81 wird empfohlen, in der Zeit den Weg über die B 294 Wolfach sowie B 462 Schramberg zu benutzen. Der Zugverkehr ist von der Maßnahme nicht betroffen, der Busverkehr an den drei Samstagen.

Gibt es andere Umleitungen?

Heilig machte den Zuhörern deutlich, dass die Umleitung unumgänglich sei: Aufgrund der inzwischen geltenden Arbeitsschutzrichtlinie müssten Bauarbeiten innerhalb einer Ortschaft, bei der die Baustellenbreite unter 8,50 Metern liegt, in der Regel unter einer Vollsperrung durchgeführt werden. Dieses verhindere das RP aber aufgrund der Vielzahl von Gewerbetreibenden in der Region. Heilig machte den Zuhörern deutlich, dass er nichts "schönreden" möchte. "Wir wissen, dass die 15 Kilometer lange Umleitung nicht komfortabel ist", sagte er. Bei der Fahrt über die B 294/L107 könnte man bis zu 45 Minuten mehr Fahrzeit einplanen. Sicherlich komme es dabei auch zu Staus. "Andere Ausweichrouten sind nicht möglich."

Was gibt es für Alternativen?

Unter den Zuhörern waren Geschäftsführer und Angestellte mehrerer Betriebe, wie der Duravit und Schondelmaier Presswerk, deren Arbeitswege direkt von der Baustelle betroffen sind. Pendler aus Richtung Offenburg, die in Hornberg arbeiten, fragten nach, ob das RP auch das Schichtsystem ihrer Firmen beachten würden.

Heilig machte deutlich, dass er mit vielen Firmen Gespräche geführt habe. Das RP könne nicht für jedes Unternehmen einen Buspendelverkehr vom nächstgelegenen Bahnhof anbieten. Die Angestellten und Firmenchefs müssten selber kreativ werden und für den Zeitraum beispielsweise den Zug- oder Busverkehr nutzen, mit Kollegen von Bahnhöfen aus Fahrgemeinschaften bilden, das eigene Fahrrad am Bahnhof abstellen, wenn der Weg zur Firma noch weit entfernt ist – oder sich schlichtweg einfach für die fünf Wochen auf die Fahrt über die Umleitung einstellen.

Joachim Schondelmaier (Geschäftsführer Schondelmaier Presswerk) berichtete, dass die Firma für den Zeitraum die Schichten ihrer Mitarbeiter nach den Fahrzeiten des ÖPNV anpassen würde. Er bat Heilig, dass die Arbeiten so schnell wie möglich umgesetzt werden und "soviel wie möglich gearbeitet wird". Heilig sagte, dass die Arbeiten immer vom Wetter abhängig sind. Sobald der neue Asphalt gelegt ist, müsse er auch erst mal kühlen, bevor es weiter geht. Was natürlich von hohen Temperaturen auch mal erschwert wird.

"Aber diese fünf Wochen werden wir irgendwie halten", betonte Heilig, der mehrere B 33-Arbeiten begleitete, mehrfach.

Infos zu den Baustellenabschnitten und die Fahrbahndeckenerneuerung gibt es auf der Internetseite des Regierungspräsidiums unter www.rp.baden-wuerttemberg.de/rpf/Abt4/Strassenbau/B33-Gutach. Das RP informiert auch über die Presse.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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