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Gutach "Gutacher Kirche gehört Gutachern"

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Gemeindereferentin Kathrin Gerth (sitzend) und Pfarrer Christoph Nobs informoerten über die Neuausrichtung im Erzbistum Freiburg und die damit verbundenen Einschnitte vor Ort. Foto: Dorn Foto: Schwarzwälder Bote

Auf "Regionalkonferenzen" in den vier Orten der Seelsorgeeinheit Hausach-Hornberg informierten Pfarrer Christoph Nobs und Gemeindereferentin Kathrin Gerth über "Pastoral 2030"-Prozess. Zum Abschluss der Reise kamen die Seelsorger nach Gutach.

Gutach. Zur besseren Einordnung der teilweise schmerzhaften Einschnitte vor Ort referierte Nobs zunächst über die von Bischof Stephan Burger verkündete Neuausrichtung im Erzbistum Freiburg. Darüber, wie die aktuell noch 220 Seelsorgeeinheiten bis zum Jahr 2030 zu nur noch 40 Pfarreien neuen Zuschnitts reformiert werden sollen, hatten Pfarrer und Gemeindereferentin noch am Morgen durch einen Vertreter des Dekanats Nachhilfe bezüglich der offiziellen Sprachregelung erhalten. So sei "Pastoral 2030" durchaus als Entwicklungsprozess zu sehen, den die Gemeinden vor Ort nutzen können, um sich mit den "Gemeindeteams" neu zu organisieren.

Für das mittlere Kinzigtal werden die Seelsorgeeinheiten Zell, Haslach, Oberes Wolftal, Wittichen, An Wolf und Kinzig und eben Hausach-Hornberg zu einer gemeinsamen Pfarrei zusammengeschlossen, deren Gebiet etwa dem Alt-Dekanat Wolfach entspricht. In diesen Pfarreien wird das Verhältnis Hauptamtliche/Ehrenamtliche völlig neu definiert werden müssen.- Wo in der Seelsorge vielleicht das Ehrenamt stärker gefordert sein wird, werden auf der Verwaltungsebene hauptamtliche Immobilien-Manager oder Juristen den leitenden Pfarrer unterstützen.

Das Gremium "Pfarrgemeinderat" wird sich in diesem Kontext dann mehr als Aufsichtsrat verstehen. Kathrin Gerth lieferte für die Situation in der Seelsorgeeinheit Hausach-Hornberg die Entwicklung der Mitgliederzahl. Von 2010 bis 2017 nahm die Anzahl der Katholiken um etwa zehn Prozent ab.

Gemeinde und Seelsorger schütten sich gegenseitig das Herz aus

In einer offen geführten Diskussion schütteten sich Seelsorger und Gemeinde gegenseitig ihr Herz aus. Gerth bekannte, nach zwei Wochen mit teilweise harsch formulierten Kritiken an der Arbeit der beiden Hauptamtlichen darüber nachgedacht zu haben, gleich wieder die Koffer zu packen. Um in die Diskussion zu kommen, pointierte Nobs erfolgreich einige der schriftlich fixierten Punkte. So sei er "nicht der Hausmeister für die Gutacher Kirche". Auch "mache er nicht das Katholische kaputt".

Seitens der Gemeinde hielten konfrontierten die Mitglieder Nobs damit, dass er mit seiner Porsche-Geschwindigkeit die Gemeinde überfordere, statt zu versuchen, im Omnibus-Tempo möglichst viele mit auf den Weg mitzunehmen.

Die meiste Kritik entzündete sich am Erscheinungsbild der Gutacher Kirche. Diese sei seit Nobs für Gutach zuständig sei, "kahl und kalt", im Winter geschlossen und bei Eis und Schnee zusätzlich durch hässliche Absperrbänder verunstaltet. Der Pfarrer verwies dazu auf die Heizkostenersparnis von etwa 4300 Euro, den liturgischen Charakter der Kirche und die Haftungsproblematik, wenn der Räumpflicht auf dem Kirchengrund nicht nachgekommen werden kann.

Hierzu regten die Mitglieder die Aufstellung eines Warnschilds anstelle der Absperrbänder an. Bürgermeister Siegfried Eckert berichtete, dass der Rat beschlossen habe, dass die Gemeinde den Gehweg vor der Kirche zukünftig miträumen würde. Eine Zuhörerin fragte nach dem Verbleib der renovierten Herz-Jesu-Statue. Diese stehe in der Sakristei und werde nur im Juni im Kirchenraum gezeigt, so die Antwort. Die mit 22 Jahren jüngste Zuhörerin brachte die Diskussion auf den Punkt, wünschte sie sich doch, auch ihren Kindern noch etwas von dem katholischen Gutacher Gemeindeleben früherer Jahre zeigen zu können.

Bürgermeister Eckert formulierte als Schlusswort, dass Gutach froh sei, mit Nobs, Gerth und dem neuen evangelischen Pfarrer Dominik Wille drei engagierte Seelsorger zu haben und lud alle Anwesenden ein, am neuen Format "Kirchenbürgerversammlung" am 12. Februar 2020 teilzunehmen.

Mit "die Gutacher Kirche gehört den Gutachtern" richtete Eckert deutliche Worte nach Freiburg.

Der evangelische Pfarrer Dominik Wille versprach, im Sommer mit seiner Gemeinde einmal an einem Sonntag die wenigen Schritte über die Gutach hinüber in die katholische Kirche zu wechseln. Im Winter seien die katholischen Christen weiterhin gern gesehene Gäste in der beheizten evangelischen Kirche.

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