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Gutach Drachenflieger macht gute Figur

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Roland Wöhrle ist in Meduno an den Start gegangen.Foto: privat Foto: Schwarzwälder Bote

Elf Piloten aus Deutschland sind beim Spring Meeting 2020 im italienischen Meduno vertreten gewesen. Einer von ihnen war der Gutacher Drachenflieger Roland Wöhrle.

Gutach/Meduno (red/cko). Er berichtet von den Wettkämpfen und persönlichen eindrücken.

Der einzige Wermutstropfen war, dass Corona das normalerweise zum Empfang zelebrierte Piloten- und Helferessen mit den genüsslichsten Spezialitäten der Region verhinderte, bedauert Wöhrle.

Die Aufgabe am ersten Tag mit knapp 60 Kilometern erwies sich als nicht einfach. Lediglich fünf Teilnehmer sahen die Zielflagge. Wöhrle gelang der Tagessieg mit dem bisher unbekannten Erlebnis, einen Weltmeister hinter sich zu lassen und das ausgerechnet in dessen eigenem Land.

Größer war die Aufgabe am zweiten Tag. Mit den Starrflüglern, die eine halbe Stunde früher starten, auf der gleichen Route, ging es über vier Wenden und 85 Kilometer entlang der Vorberge der Venezianer Alpen.

Militärische Sperrgebiete und kreisende Geier

Wöhrle war für seine Verhältnisse solide unterwegs bis zur vorletzten Wende. Christian Ciech und Marco Laurenzi in Sichtweite voraus zu seiner Linken, zu seiner Rechten sechs ausgewachsene, kreisende Prachtexemplare ansässiger Geier. Wöhrle erarbeitete sich einen Vorsprung, den er bis ins Ziel nicht mehr abgab. Der Teamchef der Liga hatte mit Widrigkeiten zu kämpfen in Form von Sperrgebieten für Militär und Geierschutz. An Tag drei die Wachablösung. "Wenn man den Start verpennt wird´s gehörig schwer, den Rückstand wieder aufzuholen", so Wöhrle. Wenn der Rückstand dann aber auch immer noch größer wird, braucht es auch Entschlossenheit. "Ich sehe Christian Ciech zum letzten Mal vor dem Startgate, verpasse zugleich, zum richtigen Zeitpunkt am Radius zu sein" berichtet der Gutacher. Erste Wende war Aviano, ein Abschnitt, den man auch mit etwas Mut im Geradeausflug machen kann. Wöhrle gesellte sich zu einem Pulk, der ihn "sicher" ins Ziel bringen sollte. "Pulks können schnell unterwegs sein, dieser hatte leider ständig die Handbremse angezogen. Ich vergesse meine angedachte Fluglinie zu verfolgen und wir drehen im Nichts, abgelöst vom nächsten Nichts", beschreibt Wöhrle die Situation. Die Führung war weg.

Am Sonntag war das Finale. Der Hinweg sei "easy" gewesen. Bei Gemona erwies sich der Hang als thermisch verlässlich auch zu dieser Jahreszeit, "wenn auch wenig homogen und durchaus bockig. Der Weiterflug an der Ridge Richtung Slowenien war gut zumachen, das meiste funktionierte im Geradeausflug". Vor der erneuten Talquerung gelang es maximale Höhe zu machen. Leider zeigte sich die Bergkante auf der anderen Seite als "thermisch wenig einsichtig". Christian Kamm und Lorenzo de Grandis glitten weiter und Wöhrle folgte ihnen. Das war an dem Tag die Schlüsselstelle. Die nachfolgenden Piloten hatten große Schwierigkeiten. Weiter am Antennenberg geht nicht viel. Außerdem war die Gegend am Start wenig thermisch aktiv. "Mein Glück war leider schon verbraucht und ich flog nur als dritter über die Linie", berichtet Wöhrle. Mit seiner zweiten Gesamtplatzierung sei er natürlich super glücklich und zufrieden.

Im Ziel waren fünf Piloten, mit dabei Senkrechtstarter Marco Gröbner. "Mit ihm und Oliver Salewski hat Team D zwei Nachwuchstalente, die uns Etablierten vermutlich bald auf die Füße treten werden. In Meduno haben sie jedenfalls gezeigt, was sie drauf haben", urteilt Wöhrle.

Beim Spring Meeting 2020 in Meduno hatten sich etwa 50 Piloten aus mehreren Nationen eingefunden. Der Wettbewerb hätte eigentlich Ende April stattfinden sollen, Corona verhinderte dies. Das Wetter war laut einer Mitteilung perfekt für die Wettbewerbsaufgaben und das deutsche Team schlug sich beachtlich. Wöhrle gewann zwei Durchgänge in der Flexi-Klasse vor den starken italienischen Konkurrenten. Die jungen Nachwuchspiloten wie Marco Gröbner und Oliver Salewski ließen mit guten Durchgängen aufhorchen. Markus Baisch flog konstant an die Spitze und zeigte, dass sein Deutscher Meistertitel 2018 kein Zufall war. Jochen Zeyher gewann den ersten Durchgang und belegte in der Gesamtwertung Rang zwei. Wettbewerbsneuling Christian Kamm flog mit der starken Konkurrenz mit und machte auf sich aufmerksam.

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