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Gutach Bernd Salzmann erhält die Willy-Brandt-Medaille

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Bernd Salzmann (links) wurde von Ernst Ulrich von Weizsäcker mit der Willy-Brandt-Medaille ausgezeichnet. Foto: Reinhard Foto: Schwarzwälder Bote

Hausach (cr). In 30 Jahren als Vorsitzender der SPD Hausach ist Bernd Salzmann vielen Menschen begegnet. Viele dieser Weggefährten ließen es sich nicht nehmen, ihn bei seiner Verabschiedung ihren Respekt zu zollen.

"Wir nehmen nicht Abschied voneinander. Glücklicherweise bleibst du ja aktiv", betonte Manuel Ressel, der zusammen mit Dietmar Haas die Nachfolge von Bernd Salzmann antritt. Ressel betonte, es gehe darum, für die vielen Jahre "Danke" zu sagen, dafür, dass Salzmann so lange "an der Stange" blieb.

"Das Ziel unserer Arbeit ist ein wahrhaft demokratisches Land, das bis zum letzten Bürger in seinem Denken und Handeln, durch den Geist der Friedfertigkeit, der Toleranz, durch Respekt und freien Menschlichkeit sich leiten lässt", zitierte Ressel Hermann Lüdemann. Und Ressel lobte Salzmann: "Das beschreibt auch dich." Er hob das ökologische Denken und Handeln seines Vorgängers hervor.

Bernd Salzmanns Ehefrau Brigitte, die seit Jahrzehenten für die SPD im Hausacher Gemeinderat sitzt, schlug den Bogen zu vielen Erinnerungen: "Unsere 48 Ehejahre waren geprägt von 30 Jahren SPD", fasste sie zusammen. Der Ortsverein sei die kleinste politische Einheit, "und an der Basis wird hier gut gearbeitet", meinte sie. Sie erinnerte an die Wahlkämpfe, die sie zusammen bestritten haben. Vor 30 Jahren habe das Paar die Flyer und Plakate noch in der Garage gedruckt, das Wohnzimmer sei zur Wahlkampfzentrale umfunktioniert worden. "Immer wieder haben wir über die passendsten Formulierungen diskutiert und gestritten und am Wahltag trafen sich alle nach getaner Arbeit in unserem Wohnzimmer und warteten auf die Ergebnisse. Aber wir wurden oft für die Mühen belohnt", berichtete Brigitte Salzmann.

Was Ressel mit Salzmanns "ökologischer Komponente" gemeint hatte, verdeutlichte der scheidende SPD-Vorsitzende schließlich selbst. Er nahm die Idee eines "Führerscheins für das Raumschiff Erde" auf und meinte: "Wenn wir jetzt auf die Erde schauen, wird uns klar, dass wir einen solchen dringend brauchen." Als ehemaliger Gymnasial-Lehrer, der Klimatologie studiert hat, sei er entsetzt, wie sich der Einfluss des Menschen auf die Erde entwickle.

Jeder, der einmal mit Bernd Salzmann zu tun hatte, weiß, dass er ein fleißiger Zeitungsleser ist und seine Argumente oft mit entsprechenden Artikeln untermauert. So verwundert es nicht, dass er den Rückblick auf das, was er in den 30 Jahren als Vorsitzender erreicht hat, mit Zeitungsartikeln gespickt hatte. So rief er seine Anfänge in der Hausacher SPD mit den bei seiner Kandidatur genannten Zielen – die Sanierung der Stadthalle, das Errichten eines Jugendzentrums und das Entwickeln eines interkommunale Projekts – in Erinnerung.

Bei einem Blick in die Vergangenheit blieb es nicht. Für die Zukunft nannte er als wichtigste Ziele den Ausbau der Gemeinschaftsschule, den Ausbau des Bahnhofs und das Beantworten der Frage, wie das Kinzigtalbad möglichst ökologisch zu betreiben ist. Um die Zukunft des Ortsvereins mache er sich wenig Sorgen. "Unsere jungen Kandidaten haben bei der Kommunalwahl gut abgeschnitten, der Nachwuchs ist also da", meinte Salzmann.

Ähnlich sah das der ehemalige Bundestagsabgeordnete Ernst Ulrich von Weizsäcker. Laut einer Umfrage sei die SPD momentan die Partei, der am wenigsten zugetraut werde, Dinge zukunftsfähig umsetzen zu können. "Das darf so nicht weitergehen", forderte er. Die SPD müsse als Antwort auf die durchaus gerechtfertigte Kritik der AfD an der Globalisierung, aber nicht wie diese eine "idiotische Antwort", sondern ein gutes Rezept finden. "Wir müssen uns auf die Themen der Zukunft besinnen: die Klima- und Friedenspolitik", meinte von Weizsäcker.

Für Bernd Salzmann hatte er schließlich eine Überraschung dabei: Er überreichte dem scheidenden Vorsitzenden der SPD Hausach die Willy-Brandt-Medaille. Sie ist die höchste Auszeichnung der SPD für ihre Mitglieder.

Peter Dreßen, ehemaliger SPD-Bundestagsabgeordneter: "Es war für mich immer eine Freude, hier mit euch zu arbeiten. Hier stehen die Genossen eng zusammen."

Jochen Ficht, ehemaliger Regionalgeschäftsführer: "Euer Engagement hat mich immer wieder beeindruckt."

Karl-Rainer Kopf, stellvertretender Kreisvorsitzender: "Es heißt immer, hinter jedem erfolgreichen Mann stehe eine starke Frau. Aber Brigitte steht nicht hinter, sondern neben ihrem Mann."

Bernhard Kohmann, Mitglied des Hausacher Gemeinderats: "Im Wahlkampf liefst du immer zur Hochform auf. Dank dir braucht sich die SPD Hausach nicht zu verstecken."

Walter Caroli, ehemaliger SPD-Landtagsabgeordneter: "Seine Seele brennt sozialdemokratisch. Solche Leute, die von der SPD überzeugt sind, brauchen wir."

Jens Löw, Vorsitzender Schwarzwald-Baar-Kreis: "Von dir als Gymnasiallehrer habe ich gelernt, dass es wichtig ist, Dinge zu dokumentieren."

Manfred Maurer, SPD Wolfach: "Du und Brigitte, ihr habt die SPD Hausach verkörpert. Im Ortsverein war mehr Kontinuität als in der Bundes-SPD."

Sabine Wölfle, SPD-Bundestagsabgeordnete: "Dein Herz schlägt links".

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