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Gutach Bau schon Anfang 2021 möglich

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Fotovoltaikanlagen (PV) wie diese der "Windkraft Schonach" sind Thema im Gutacher Gemeinderat gewesen.Foto: Kienzler Foto: Schwarzwälder Bote

Öffentlich transparent und mit Bedacht will die Gemeinde das Thema Fotovoltaikanlagen auf Freiflächen angehen. Gerhard Kienzler, Geschäftsführer der Windkraft Schonach (WKS), stellte dem Gemeinderat Optionen vor.

Gutach. "Es geht nicht darum, Bereiche auszuweisen, sondern einen Prozess wie seinerzeit bei der Windkraft anzustoßen", stellte Bürgermeister Siegfried Eckert eingangs der Gemeinderatssitzung am Donnerstag fest. Gutach sei bereits klimaneutrale Gemeinde und es solle in Bezug auf die weitere Entwicklung von umweltfreundlichem Strom nicht bei Lippenbekenntnissen bleiben.

Wesentlich sei eine landschaftsverträgliche Standortplanung. "Wir müssen auf den Tourismus achten und das einsehbare Gutachtal ist tabu", betonte Eckert. Ebenso wichtig sei es, zu schauen, was der örtliche Flächennutzungsplan hergibt. Ein weiterer Eckpfeiler des Projekts ist laut dem Bürgermeister die Unterstützung der Landwirte, die seiner Aussage nach immer mehr zu "Energiewirten" mutieren.

Kienzler ging in seiner Präsentation darauf ein, dass Fotovoltaik auf Freiflächen aufgrund des Flächenverbrauchs oft kritisch betrachtet werden. "Wir sollten aber nicht warten bis, wie propagiert, erst mal die Dächer voll sind", warb Kienzler um frühzeitige weitere Ausrichtung auf das Erreichen der Klimaschutzziele des Landes.

Auch der Vorwurf der Unwirtschaftlichkeit von erneuerbaren Energien, sei nicht aufrechtzuerhalten. Vorteile von Freiflächen-Anlagen sind den Ausführungen Kienzlers nach stark gefallene Materialkosten und unkomplizierter Bau und Unterhaltung der Anlagentechnik. Auch die Planungs- und Genehmigungsprozesse würden einfacher verlaufen als bei Windkraftanlagen.

"Es genügt die Aufstellung eines kommunalen Bebauungsplans und damit hat die Gemeinde Gutach auch alles in der Hand", so Kienzler (siehe Info). Aktuell sei er mit örtlichen Landwirten im Gespräch, um eventuell Freiflächen mit Fotovoltaikanlagen zu bestücken. Potentiale seien unter anderem eingeschränkte landwirtschaftliche Nutzung, ebene Flächen nach Süden geneigt, Mindestgrößen von zwei bis drei Hektar und günstiger Netzanschluss.

Die Flächen der Anlagen werden laut Kienzler über langjährige Pachtverträge gesichert und die Rückbaubürgschaft sei ähnlich der wie bei Windenergieprojekten.

"Schön sind die Anlagen nicht, aber verschließen möchte ich mich dem Vorhaben auch nicht", meinte Gemeinderat Karl-Heinz Wöhrle (FDP). Ratskollege Florian Oßwald erkundigte sich nach den Auswirkungen auf die Vegetation. Es fände keine Versiegelung statt, antwortete Kienzler, und Vegetation gebe es weiterhin: "Gängige Praxis ist die Beweidung durch Schafe einmal im Jahr."

Die nächsten Schritte wären seinen Worten nach die Bewertung des Projekts und Abwägung durch die Gemeinde sowie das Einbringen eines abgestimmten Antrags durch die WKS. Die Projektfinanzierung erfolgt über die Windkraft Schonach.

Nach der ambitionierten Zeitschiene, die Kienzler vorstellte, wäre der Baubeginn eines ersten Projekts bereits kommendes Jahr.

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sieht für Fotovoltaikanlagen auf Freiflächen vor allem Konversionsflächen wie brachliegende Flächen, die ehemals militärisch genutzt wurden oder schadstoffbelastet sind, sowie Seitenrandstreifen entlang von Autobahnen und Schienenwegen vor. Mit der Freiflächenöffnungsverordnung gibt das Land in sogenannten "benachteiligten Gebieten" weitere Flächen frei. Zu den Kriterien gehören unter anderem Hangneigung, Höhenlage und magere Böden. Die Solarstromerzeugung oder die Verpachtung der dafür benötigten Flächen soll den Landwirten ein zusätzliches Einkommen ermöglichen.

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