Der Innenbereich von Gutach wird durch das Unternehmen UGG mit schnellem Internet versorgt. Foto: Störr

Breitband Ortenau und "Unsere Grüne Glasfaser"­ informieren über Pläne für Gutach

Gutach - Der Gutacher Gemeinderat hat sich einstimmig für den Ausbau des Glasfaser-Netzes im Innenbereich mit der Firma Unsere Grüne Glasfaser (UGG) entschieden. Der Außenbereich wird durch die Breitband Ortenau erschlossen.

Breitband-Geschäftsführer Josef Glöckl-Frohnholzer und Julia Tenbücken (UGG) waren am Mittwochabend in die Gemeinderatsitzung gekommen, um ausführlich zu informieren.

Aktuell gibt es in der Gemeinde 64 sogenannte weiße Flecken mit einer Versorgung unter 30 Megabit pro Sekunde Datenvolumen und 307 graue Flecken mit unter 100. In der ersten Ausbauphase wird die Hasemann-Schule angeschlossen (Kosten: 100.000 Euro), in der Phase 1a sind der linke und der rechte Sulzbach (gesamt 3,3 Millionen Euro) sowie der Ramsbach (1,4 Millionen Euro) an der Reihe. Der Bund und das Land fördern insgesamt 90 Prozent der Kosten, zehn Prozent hat die Gemeinde zu tragen.

Mit den betroffenen Bürgern seien bereits erste Gespräche geführt worden, so ­Glöckl-Frohnholzer. Im ersten Quartal des kommenden Jahres werde es eine Info-Veranstaltung für die Gutacher in Verbindung mit dem künftigen Netzbetreiber Vodafone geben, Ende des zweiten Quartals sollen dann die Tiefbauarbeiten für den Ausbau vergeben werden. Diesen geförderten Ausbau wird die Firma UGG eigenwirtschaftlich ergänzen, womit der Gemeinde für den Innenbereich keine Kosten entstehen.

Am Ende wird Gutach über eine hundertprozentige Breitband-Versorgung verfügen. Angeschlossen wird über Hausach, der Standort für den Übergabepunkt wird noch festgelegt.

Zunächst ist die Hasemann-Schule dran

Julia Tenbücken stellte zunächst die UGG, deren erklärtes Ziel der zügige und flächendeckende Breitbandausbau im ländlichen Raum sei, vor. "Gutach ist sehr attraktiv, um im verdichteten Gebiet kostenfreie Anschlüsse bis in die Häuser zu verlegen", betonte Tenbücken. Sie warb mit einem schnellen Projektstart ohne Vor-Vermarktungsphase, mit einer relativ kurzen Bauzeit von sechs bis neun Monaten, der Verlegung des Haus-Anschlusses innerhalb eines Tages sowie kooperierenden Bau-Firmen, die ohne Ausschreibung und kurzfristig beauftragt werden könnten.

Gemeinderat Thomas Albrecht (FW) fand es erfrischend, dass endlich Bewegung in den Ausbau kommt: Dagegen befand Gerhard Wöhrle (SPD): "Wir sind wieder an einem Punkt, an dem wieder alles steht." Er verstehe nicht, warum jetzt ein weiteres Unternehmen mit ins Boot genommen werde und er sehe das Problem, dass man in einem Jahr keinen Schritt weiter sei. Glöckl-Frohnholzer verwies zunächst darauf, dass die Breitband Ortenau zum einen im dicht besiedelten Innenbereich gar nicht ausbauen dürfe und zum anderen mit der UGG viel Zeit gespart werde, weil die Ausschreibung komplett entfalle.

Florian Oswald (SPD) wollte wissen, ob die UGG-Vertragspartner auch für die Breitband Ortenau gelten würden, was aufgrund des Betreibers Vodafone aber verneint wurde. Im Außenbereich würden den Kunden keine Kosten für die Baumaßnahmen entstehen, versicherte Glöckl-Frohnholzer. Für Mike Lauble (CDU) war es am Ende entscheidend wichtig, dass 2022 in Gutach ein fertiges Glasfasernetz und nicht nur die Lehrrohr-Struktur verbaut sein wird.

Nach dem Beschluss zur Zusammenarbeit mit der UGG wird eine "Memory of Understanding – MoU" aufgesetzt und unterzeichnet. In Verbindung mit der Breitband Ortenau geht es dann in die Feinplanung des Ausbaus, die Grobplanung liegt bereits vor. "Es wird ein bisschen dauern, weil das Bau-Team nun jede einzelne Straße auf die optimale Nutzung analysiert", erklärte Julia Tenbücken. Seitens der Gemeinde und des Gremiums baue sie dann auf Unterstützung in Sachen Baugenehmigung sowie der Genehmigung von Marketingmaßnahmen.

Die Firma UGG verdiene auf lange Sicht Geld durch die Vermietung des Glasfaser-Netzes an möglichst viele Anbieter. Gutacher, die keinen Vertrag mit UGG-Vertrags-Anbietern (derzeit O2 und Stiegeler, Schönau) abschließen möchten, zahlen für den Hausanschluss etwa 650 Euro, für alle anderen ist der Anschluss kostenfrei.