Der Ladepark der EnBW lieferte schon zum 1. Mai ganz fett Strom. Jetzt wurde er feierlich eröffnet. Warum die Ladesäulen bei Shell die EnBW nicht stören.
Neulich auf der Rückfahrt vom Chiemsee: Horbs Tesla-Fahrer Jerome Brunelle blockiert mit seinem Wohnwagen den Kreisverkehr vor dem Autohof Seligweiler A 8 Ulm. Akku leer. Das kann auf der A 81 jetzt nicht mehr passieren.
Denn: Die EnBW hat jetzt ihren Mega-Ladepark in Empfingen offiziell eröffnet. Jens Breternitz von EnBW-Mobility ist für die Ladepunkte zuständig. Er sagt: „Mit dem neuen Ladepark liegen wir genau auf der halben Strecke zwischen Stuttgart und dem Bodensee. Ideal. 20 Ladepunkte an zehn Säulen. Das ist unser fünfter Mega-Ladepark im Land.“
Auch Empfingens Bürgermeister Ferdinand Truffner und der Gemeinderat sind glücklich. Truffner sagt: „Wir hatten 2019 schon Spatenstich. Doch gleich zwei Firmen, die den Park dann realisieren wollten, wurden umstrukturiert. Deshalb waren wir froh, dass die EnBW das Projekt übernommen hat und jetzt realisiert hat.“ Insgesamt wurden 2 Mio. Euro in das Projekt investiert.
EnBW: „Die Ladesäulen bei Shell stören uns gar nicht“
Hm. Noch ein Ladepark? An der Shell gibt es doch auch Ladesäulen. Breternitz öffnet eine Ladesäulen-App. An der Shell wird nur 300 Kilowatt angezeigt, bei EnBW 400 Kilowatt. Er sagt: „Die acht Ladesäulen dort stören uns gar nicht – im Gegenteil: Das zieht eher Leute an.“
Denn: E-Auto Fahrer haben oft Ladepanik, weil sie rechtzeitig keine Station finden. So wie Tesla-Fahrer Brunelle. Klartext: Wer die Shell in Empfingen anfährt und alles ist voll, kann nebenan auch noch laden. Und mit gleich 20 Ladepunkten erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für den E-Auto-Fahrer, dass er wirklich immer eine freie Säule findet. So hofft die EnBW, noch mehr Kunden für ihre Abo-Pakete für Ladestrom zu bekommen.
Warum der Autobahn-Döner so wichtig fürs Laden ist
Breternitz: „Die 20 Minuten Ladezeit nutzen viele E-Auto-Fahrer ohnehin, um Pause zu machen. Deshalb sind uns Gastro und Toiletten in der Nähe ganz wichtig.“ In Empfingen gibt es gleich den Autobahn-Döner gegenüber vom neuen Ladepark, und auch zu Burger King in der Shell sind es maximal fünf Minuten zu Fuß (inklusive Ampeln).
Und so hofft die EnBW, dass sich der Empfinger Ladepark bald bezahlt macht. Breternitz sagt: „Wir haben ihn am 30. April ans Netz genommen, um den Feiertag mit zu nehmen. Am 1. Mai gab es schon 15 Aufladungen – ein sehr gutes Zeichen.“
Ein Golf mit ZH-Kennzeichen fährt während der Eröffnung rein. Der Fahrer sagt: „Den Ladepark habe ich in der App gefunden. Gut, dass er schon offen ist– da war ich mir nicht so sicher.“ Breternitz: „Toll. In je mehr Apps unser Ladepark ist, desto mehr wird er genutzt werden. Das muss sich erst rumsprechen – so unsere Erfahrung mit den Ladeparks.“