Die Gemeinde Schuttertal – hier der Ortsteil Schweighausen – landete beim Orts-Check im Gesamtranking auf Rang acht. Foto: Bildstein

Mit einer Durchschnittsbewertung von 5,75 Punkten liegt Schuttertal beim großen Orts-Check im Mittelfeld. Während die Gemeinde beim Immobilienmarkt Erster ist, sorgt die Tal-Endlage in anderen Kategorien für geringere Punktzahlen.

Rund 3150 Menschen wohnen in den drei Ortsteilen Schuttertals. 36 davon haben am Orts-Check unserer Redaktion teilgenommen und der Gemeinde im Gesamt-Ergebnis 5,75 von zehn möglichen Punkten gegeben. Von 13 Kommunen wurde Schuttertal damit Achter und liegt dabei ein Zehntel unter dem Durchschnitt von 5,75. „Uns interessiert, was unsere Bürger denken“, sagt Bürgermeister Matthias Litterst, auch wenn die Online-Umfrage „nicht repräsentativ“ sei.

In einer der 14 Kategorien hat es Schuttertal auf Platz eins geschafft. Beim Thema Immobilienmarkt erhielt die Gemeinde die beste Bewertung (5,9), mehr als einen Punkt besser als der Schnitt von 4,83. Litterst erklärt sich das auch durch die „Tal-Endlage“ seiner Gemeinde. „Logisch, dass hier die Preise niedriger sind“, sagt er. Was jedoch nicht heißen soll, dass es in Schuttertal auf dem Wohnungsmarkt keine Probleme gibt. „Auch bei uns ist das Wohnungs- und Bauplatzangebot knapp“, weiß der Rathauschef, der sich freut, dass gerade junge Familien sich in Schuttertal niederlassen wollen.

Ebenfalls gut abgeschnitten hat die Gemeinde beim Thema Verkehr, im Schnitt vergaben die 36 Teilnehmer 6,75 Punkte, was gleichbedeutend mit Platz zwei ist. Für Litterst ist das „logisch“ und ebenfalls mit der Lage der Gemeinde zu erklären. „Wir haben hier nicht den großen Durchgangsverkehr“, sagt er – anders als etwa Städte und Gemeinde in der Rheinebene.

Bürgermeister lobt die Arbeit von Bauhof und Bevölkerung

Angesprochen auf Platz drei in der Kategorie Sauberkeit (7,81 Punkte), kommt der Bürgermeister ins Schwärmen. „Es gibt nicht viele schönere Flecken Erde“, sagt er über die Gemeinde, zu deren Bürgermeister er 2020 gewählt wurde. Die gute Bewertung freue ihn sehr, sagt er und verteilt „ein großes Kompliment an die Männer vom Bauhof“. Aber auch den Bürgern dankt Litterst dafür, dass sie ihren Ort, zu dem auch sehr viel Natur gehört, sauber halten. Die Natur ist auch ein Grund, warum sich der Bürgermeister „sehr wohl“ in Schuttertal führt.

Für Litterst ist Schuttertal „sehr lebenswert“

Das sehen auch seine Mitbürger so, in der Kategorie Lebensqualität vergaben die Schuttertäler ordentliche 6,88 Punkte, was Platz sieben bedeutet. „Schuttertal ist aus ganz verschiedenen Gründen sehr lebenswert“, sagt Litterst und nennt exemplarisch die Landschaft. „Aber auch ganz viele andere Dinge“ machen die Gemeinde für ihn lebenswert.

Gesundheitsversorgung wird schlecht bewertet

Nicht ganz zufrieden scheinen die Schuttertäler jedoch mit der Gesundheitsversorgung zu sein. Mit 4,15 Punkten landet die Gemeinde nur auf Platz zehn. „Das wundert mich tatsächlich“, sagt Litterst. Denn entgegen dem Trend habe man es geschafft, dass die Hausarztpraxis in Schweighausen von der nächsten Generation weitergeführt wird. Keine Selbstverständlichkeit im ländlichen Raum, wie Litterst betont. Auch für die Physiotherapeuten-Praxis im Ortsteil Schuttertal wurde die Nachfolge geklärt. Zudem gebe es viele Fachärzte in der Nähe, etwa in der Nachbargemeinde Seelbach oder Lahr.

Kein Vollversorger in der Gemeinde

Ähnlich verhält es sich beim Thema Einzelhandel, mit 3,17 Punkten liegt Schuttertal hier sogar auf dem vorletzten Platz. „Wir haben keinen Vollversorger in der Gemeinde“, zeigt Litterst ein Stück weit Verständnis für die schlechte Bewertung. Aber: „In jedem Ortsteil gibt es ein Lebensmittelgeschäft.“ Etwa der genossenschaftlich geführte Dorfladen in Schweighausen. „Darum beneiden uns viele“, ist Litterst überzeugt. Auch die Hofläden würden ein „tolles Angebot“ bereithalten. Klar ist aber: Wer in einem großen Supermarkt einkaufen möchte, muss in eine der Umlandgemeinden fahren.

Verwunderung über Ergebnis bei Sport und Vereinen

Während also die Bewertungen bei Gesundheitsversorgung und Einzelhandel erklärbar sind, so verwundert der elfte Platz in der Kategorie Sport und Vereine (6,24 Punkte). „Das ist mehr als schade“, findet Litterst. „Denn wir haben mehr als 50 Vereine in der Gemeinde – mit einem sehr, sehr breitgefächerten Angebot.“ Warum die Orts-Check-Teilnehmer dieses nicht mit einer besseren Bewertung honoriert haben, kann auch Litterst nicht nachvollziehen. „Wir sind für unser reges Vereinsleben bekannt, auch mit vielen Vereinen mit Strahlkraft über die Region hinaus“, sagt der Bürgermeister.

Bei der Taktung des ÖPNV gibt es in Schuttertal noch Nachholbedarf

Er nennt etwa die RSV-Ringer in der Oberliga sowie den MSC Schweighausen, dessen Motocross-Event weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt ist. „Vereine sind zentrales Markenzeichen unserer Gemeinde“, ist Litterst überzeugt. Er kann daher auch die 5,17 Punkte im Bereich Kultur (Platz elf) nicht verstehen. So gebe es etwa zahlreiche Musikvereine.

In anderen Bereich dagegen liegt Schuttertal komplett im Schnitt, etwa beim Gastronomie-Angebot (5,6, Platz acht). „Wir haben in jedem Ort mehrere Wirtschaften – auch in den Außenbereichen. Und das sind ausnahmslos familiengeführte Betriebe“, sagt Litterst. Auch beim Thema Sicherheit schneidet Schuttertal mit 6,02 Punkten durchschnittlich ab. „Wir schauen aufeinander“, kommentiert er dieses Ergebnis.

ÖPNV ist ein „schwieriges Thema“

Ein „sehr schwieriges Thema“ sei der ÖPNV, der mit 4,99 Punkten leicht unter dem Schnitt von 5,24 benotet wurde. „Ich kann verstehen, dass die Bustaktung für unsere Einwohner nicht zufriedenstellend ist“, sagt Litterst. Ebenfalls noch Nachholbedarf sieht er beim Thema Digitalisierung. In der Verwaltung komplett auf digitale Angebote umzustellen, sei schwer. Gleichzeitig ist der Bürgermeister sehr zufrieden, dass der Breitbandausbau vorankommt. Gerade in den Außenbereichen sei das ein „Rieseninvestment“. Beim Thema Energie und Klima – gemeinsam mit Digitalisierung eine Kategorie (Punktzahl: 5,38) – sei man auf einem guten Weg. „Wir haben als Gemeinde viel geleistet, um dem Klimawandel entgegenzutreten“, sagt Litterst und lobt auch die Arbeit der Bürger und Energieversorger.