Unbekannte Täter hatten in der vergangenen Woche in Baiersbronn mehrere Gullys geöffnet. Ein Kind geriet im Dunkeln mit einem Fuß in einen der offenstehenden Abflussschächte und wurde dadurch leicht verletzt. Nun gibt die Polizei neue Details zu dem Vorfall bekannt.
Ein Kind ist am Donnerstagmorgen in Baiersbronn leicht verletzt worden, weil unbekannte Täter zuvor mehrere Gullydeckel in der Forststraße entfernt hatten. Wie die Polizei auf Anfrage unserer Redaktion berichtet, geriet das Grundschulkind mit einem Fuß in den offenstehenden Regenwasserabfluss und stürzte dadurch.
Dabei bestand laut Angaben der Polizei allerdings nicht die Gefahr, dass das Kind komplett in den Schacht hinabstürzt. Dafür sei die betreffende Öffnung zu klein. Außerdem sei der Abfluss an der betreffenden Stelle nicht allzu tief gewesen.
Als es gegen 7 Uhr morgens zu dem Sturz kam, war das Kind gerade mit anderen Altersgenossen im Alten Kulturgarten unterwegs. Da es noch dunkel war, hatte das Kind den geöffneten Schacht übersehen.
Für Gartenschau neu gestaltet
Der Bereich wurde erst kürzlich neu gestaltet, als Vorbereitung für die Gartenschau 2025. Der Teil der Forststraße, in dem die mutmaßlichen Täter zuschlugen, ist für Fahrzeuge gesperrt und dient daher mittlerweile in erster Linie als Fußgängerweg.
Noch ist unklar, ob sich mehrere Personen an den Gullydeckeln zu schaffen gemacht haben oder ob es ein Einzeltäter war. Denn wie die Polizei erklärt, sind die Deckel zwar schwer, doch es sei durchaus denkbar, dass auch ein einzelner Erwachsener genug Kraft hat, um solch ein Abflussgitter anzuheben.
Metalldiebe waren es nicht
Eins steht auf jeden Fall jetzt schon fest: Metalldiebe waren diesmal nicht am Werk. Denn gestohlen wurden die Gullydeckel nicht. Laut Polizei lagen sie in der Nähe der Schachtöffnungen. Aufmerksame Passanten hätten daher schon vor Eintreffen der Polizeibeamten einige der Schächte wieder geschlossen.
Polizei kann noch nichts zu möglichem Motiv sagen
Ob es die Absicht der Täter war, durch die geöffneten Schächte Fußgängern oder Radfahrern eine Falle zu stellen, kann die Polizei derzeit noch nicht sagen. Es laufen jedoch Ermittlungen wegen des Verdachts auf gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr.
Die Polizei war allerdings nicht unmittelbar nach dem Sturz vor Ort. Denn der Polizeiposten Baiersbronn, der sich in unmittelbarer Nähe zum Tatort befindet, wurde erst im Nachgang vom Ordnungsamt informiert, so die Angaben des Sprechers.
Die Polizei hat einen Zeugenaufruf gestartet. Wer verdächtige Personen beobachtet hat, soll sich beim Polizeirevier Freudenstadt unter Telefon 07441/53 63 11 melden.