Fünf Saitenkünstler in Aktion: Das Bild zeigt von links Mathias Berchadsky, Steve Hicks, Peter Finger und Nick und David Kvaratskhelia. Foto: Methner

Längst ist die von Peter Finger initiierte "International Guitar Night" ein fester, wenn nicht unverzichtbarer Posten im Albstädter Kulturleben. Auch diesmal blieb im Konzertsaal im Lautlinger Stauffenberg-Schloss kein Platz frei.

Albstadt-Lautlingen - Der englische Gitarrist Steve Hicks, in Albstadt längst kein Unbekannter mehr , eröffnete den Konzertabend mit Blues und Ragtime – lässig und doch hochkonzentriert. Hicks bevorzugt eine natürliche und bewegliche Spielweise, verzichtet auf die große Geste und Gefühlsausbrüche; stattdessen würzt er seinen Vortrag mit einer Prise Humor.

Anschließend spielte das Gitarrenduo Nick und David Kvaratskhelia aus Georgien zwei Sätze aus einer Tango-Suite von Astor Piazolla. Die beiden Brüder, die seit ihrer Kindheit zusammen musizieren, spielten mit großer Plastizität, Transparenz und rhythmischer Prägnanz; ihr Beitrag war ohne jeden Zweifel einer der Höhepunkte des Konzerts.

Flamenco darf nicht fehlen

Mathias Berchadsky aus Frankreich hat sich ganz der Flamenco-Tradition verschrieben; nach anfänglichen technischen Schwierigkeiten gab er zwei virtuose Improvisationen zum Besten – leider ohne Ansage. Berchadsky beherrscht alle Phrasen dieser ausdrucksstarken Musik, die in Spanien seit Jahrhunderten arabische und europäische Musikstile zusammenführt.

Ein bisschen Kabarett darf sein

Noch vor der Pause sorgte Peter Finger für weitere Höhepunkte – jeder Ton und jede Melodiephrase seines Spiel transportieren Gefühl und Bedeutung, ohne dabei je den organischen Zusammenhang der Komposition zu sprengen. Fingers launiger Moderationsstil mag zuweilen kabarettreife Züge annehmen, doch wird schon nach dem ersten Ton deutlich, was für ein ernsthafter und ehrlicher Musiker er ist.

Zwischen Country und Barock

Die Hoffnung auf weitere Höhepunkte wurde im zweiten Teil des Konzerts erfüllt. Peter Finger und Steve Hicks brachten Chet Atkins, dem legendären amerikanischen Countrymusiker, gemeinsam eine musikalische Hommage dar. Als Kontrast folgte ein Satz aus Antonio Vivaldis Mandolinenkonzert, in dem Peter Finger – für ihn eher ungewohnt – das Duos Kvaratskhelia in barocker Manier begleitete.

Bitte eine gemeinsame CD!

Das letzte Stück des Abends, "Pink Panther", war ebenso ein Evergreen wie die Zugabe "Summertime". Steve Hicks und Peter Finger nutzten erneut die Gelegenheit, zu zeigen, wie kongenial sie zusammenspielen können. Ganz klar: Wenn im kommenden Jahr eine CD dieses Duos erschiene, würden sich ihre Fans im Publikum des Lautlinger Konzerts riesig freuen.