Die Grenzacher Node Chaode machen eine künstlerische Pause und suchen neue Mitglieder. Die beiden Vorsitzenden betonen aber: „Natürlich sind wir wieder auf dem Johannimarkt.“
Mancher musste an Rosenmontag zwei Mal hinhören, als Justin Westermann von der Bühne des Nachtumzugs verkündete, dass nun der letzte Auftritt der Node Chaode anstehe. Nicht der letzte des Abends zwar, aber zumindest für eine längere Zeit. Daher schlossen sich zum Finale für die beiden Schlusslieder auch die Sumpfgumber und die Rolli Dudel Schränzer dem Platzkonzert an, wie es im vergangenen Sommer bereits zum Gemeindejubiläum erstmals vollzogen worden war. Schon bei den Umzügen wurde auf die Waggis-Larve des schwarz-weiß-roten Outfits verzichtet, damit die Mitglieder „auch mal den Umzug sehen können“, wie die Verantwortlichen erklären.
Einfach zu wenig Aktive
„Ich habe schon meine Kinder und Enkel im Verein. Mehr stehen nicht mehr zur Verfügung“, scherz Joachim Neubauer. Der erste Vorsitzende ist seit 37 Jahren mit Leib, Seele und Familie bei den „Chaoten“. Aus gesundheitlichen Gründen musste er dieses Jahr erstmals zuschauen. „Da blutet einem schon das Herz. Ein Mal Node Chaod, immer Node Chaod“, betont er. Tochter Daniela fungierte bisher als musikalische Leiterin, seine Schwester Karin ist die zweite Kassiererin des Vereins, Enkel Leon sorgt als Schlagzeuger für den Rumms der Truppe.
Nicht alle Register besetzt
Aber mit insgesamt nur noch rund 15 Aktiven fielen zuletzt einige Auftritte ins Wasser, weil nicht mehr alle Register besetzt werden konnten. Schweren Herzens entschieden sich Joachim Neubauer, Vize Lutz Ebert und die weiteren Mitglieder daher für eine künstlerische Pause.
Älteste Gugge im Dorf
Als älteste Guggemusik der Doppelgemeinde, gegründet 1984, streben die Node Chaode eine Rückkehr an. In Spitzenzeiten hatte der Verein fast 50 Mitspieler. Die Node Chaode spielten unter anderem in Wiesbaden und Paris. Mit Jochen Schmidle ist sogar eines der verbliebenen fünf Gründungsmitglieder weiterhin aktiv. Für den Neustart wären 20 bis 25 Personen ein gutes Ziel, ist Lutz Ebert überzeugt. „So bleibt es noch familiär und übersichtlich.“
Mit der Corona-Pause begann der Schwund. Mit dem Ende dieser Saison haben fünf weitere der verbliebenen 15 Mitglieder ihren Abschied angekündigt. „Häs-Cliquen haben es einfacher. Die müssen nicht regelmäßig proben für ihre Auftritte“, erläutert Neubauer die Herausforderung der Guggemusiken. Da auch die Zahl der Passivmitglieder sehr überschaubar ist, musste sich der Verein öfters überlegen: auftreten oder lieber bei einer Veranstaltung arbeiten.
Geprobt wird weiterhin
Doch Pause bedeutet für die Node Chaode keineswegs das Ende: Statt wöchentlich zu spielen, wird vielleicht ein Mal im Monat im Probelokal an der Grenzacher Hauptstraße geübt.
Die Geselligkeit wollen sie weiterhin regelmäßig pflegen, gemeinsam grillen und zusammen die Zunftabende besuchen. Und: „Natürlich sind wir wieder auf dem Johannimarkt“, betonen die beiden Vorsitzenden wie aus der Pistole geschossen unisono. Zumindest bleibt es also beim Waffel- und Kuchenangebot auf dem Parkplatz an der Ecke zur Winkelmatte. Ebenso werden sie beim Slow Up wieder mit einem Stand vertreten sein und für sich Werbung machen.
Die Rheinfelder Guggis haben es vorgemacht: Ein Jahr Pause, dann gestärkt zurückgekehrt. Dieses Ziel streben auch die Node Chaode an.
Kontakt unter www.node-chaode.de