Das Glasfaser-Netz wächst – doch der Fördertopf für die Anschlusswilligen ist endlich. Foto: dpa/Schuldt

Nicht jeder Anschluss wird gefördert: Furtwangen klärt, welche Haushalte nur 500 Euro zahlen und wo höhere Kosten entstehen können. Anmeldungen entscheiden jetzt.

Welche Möglichkeiten gibt es, weitere Anwesen im Stadtgebiet an das Glasfasernetz anzuschließen, die bisher nicht berücksichtigt werden konnten? Mit dieser kniffeligen Angelegenheit befasste sich jetzt der Gemeinderat in Furtwangen.

 

Die Bundesregierung hat ihr Förderprogramm für das Breitband unter dem Titel „Gigabit 2.0“ erweitert, ein Förderantrag der Stadt ist gestellt. Im Vorfeld wurde in der Innenstadt eine Markterkundung durchgeführt mit dem Ziel herauszufinden, wo in der Innenstadt noch „graue Flecken“ vorhanden sind.

An diesen Stellen ist ein schnelleres Internet bereits vorhanden von verschiedenen Anbietern, deshalb gab es hier bisher keine Förderung. Ziel ist es, eine höhere Datenrate von mindestens einem Gigabit pro Sekunde zur Verfügung zu stellen. Förderfähig ist, kurzgefasst, der Netzausbau in Gebieten, in denen noch kein Netz vorhanden ist, das jedem Endnutzer eine Datenrate von mindestens 300 Mbit pro Sekunde im Download und 150 Mbit pro Sekunde im Upload zur Verfügung stellt.

Wer Zuschüsse bekommt

Vorgestellt wurde das Programm durch den Breitbandbeauftragten der Stadt Rainer Jung. Im Vorfeld wurde der Bedarf ermittelt und nach einem Punktesystem bewertet. Der Stadtverband erreichte in diesem Bereich eine Punktewertung von mehr als 300 von 500 Punkten. Nur vier weitere Kommunen im Schwarzwald-Baar-Kreis erreichen diese notwendige Punktzahl.

Von Bund und Land werden diese Anschlüsse mit 75 Prozent gefördert, die Förderbescheide von Bund und Land liegen bereits vor.

Dieser letzte Bauabschnitt für die Furtwanger Breitbandversorgung umfasst 90 Adressen. Es muss nun ermittelt werden, wie viele dieser Adressen gefördert werden. Insgesamt werden etwa 2300 Meter Trasse gebaut, von denen aber 800 Meter nicht gefördert sind.

Die Frage nach der Förderung

Komplizierter wird die Lage durch Haushalte in diesem Bereich, die aufgrund der Vorgaben nicht gefördert werden können, die aber trotzdem anschließen wollen. Wenn eine geförderte Leitung am Haus vorbeiführt, ist ein Anschluss problemlos möglich. Diese Hausbesitzer beteiligen sich an der Trasse lediglich mit einer Pauschale von 500 Euro. Bei den geförderten Anschlüssen hingegen werden die gesamten Leitungskosten bis zum Hausanschluss übernommen.

Nach endgültiger Vorlage aller Anmeldungen der Eigentümer soll überprüft werden, wie viele Anschlüsse im Bereich der nicht geförderten Trassen beantragt werden. Dann will der Gemeinderat noch einmal entscheiden, welche der nicht geförderten Anschlüsse zu diesem Pauschbetrag von der Stadt hergestellt werden.

Möglicherweise, so die Information in der Sitzung, sei für ein nicht gefördertes Anwesen auch keine Leitung mehr im Kabelverbund frei – das soll separat geprüft werden.

Die finanzielle Seite

Die Ausbaukosten werden mit 646 000 Euro kalkuliert. Davon entfallen 330 000 Euro auf die förderfähige Trasse, 176 000 Euro auf die nicht geförderte Trasse sowie 140 000 Euro auf Nebenkosten. Bei der förderfähigen Trasse und den Nebenkosten muss die Stadt nur 25 Prozent der Summe von 470 000 Euro übernehmen, also 117 500 Euro. Die 176 000 Euro für die nicht geförderte Trasse bleiben komplett bei der Stadt. Die Gesamtkosten für diesen letzten Bauabschnitt liegen damit bei 293 500 Euro. Insgesamt hat die Stadt damit für das Breitband etwa 6,2 Millionen Euro investiert.

Damit haben dann fast 96 Prozent der Bürger einen Anschluss mit mindestens einem Gigabit. Dieser Anteil ist sonst deutlich geringer: Im Kreisgebiet liegt er bei 84 Prozent und in Baden-Württemberg bei 76 Prozent.

Bürgermeister Herdner zeigte sich zufrieden, dass man rechtzeitig alle möglichen Fördermöglichkeiten ausgenutzt hat. Daher gab es noch einmal einen klaren Appell an die Bürger: Nur bei entsprechenden Anträgen zum Anschluss ans Stiegeler-Netz erhalte die Stadt für diese genutzten Leitungen von dem Anbieter eine Nutzungsgebühr, was zur Refinanzierung der hohen Kosten beitrage.