Im Gewann "Platten" soll ein 40 Meter hoher Funkmast errichtet werden und die Mobilfunkversorgung in Gültlingen verbessern. Foto: Priestersbach

Einstimmig fiel das Votum im Gültlinger Ortschaftsrat für den Standort eines Mobilfunkmastes aus. Mit dem Neubau soll der Mobilfunkempfang in Gültlingen in Zukunft entscheidend verbessert werden.

Wildberg-Gültlingen - Ortsvorsteher Walter Baur hatte zuvor erläutert, dass der 40 Meter hohe Funkmast in der Nähe des Wasserhäusles und etwa 200 Meter entfernt von der Landesstraße im Bereich des Ortseingangs aus Richtung Wildberg entstehen soll. Nachdem die Landesregierung daran interessiert ist, die Funklöcher auch im ländlichen Raum zu schließen – und weil der Mobilfunkempfang in Gültlingen teilweise schlecht ist – war nun ein Unternehmen aus Ilsfeld auf der Suche nach einem geeigneten Standort. Dabei wurden verschiedene Standortoptionen geprüft, wobei der nun favorisierte Bereich im Gewann "Platten" am besten geeignet scheint.

Zwar kann ein Funkmast auch auf privatem Grund errichtet werden, doch würde das Unternehmen eine kommunale Fläche bevorzugen. Begleitet wurde die Standortsuche zudem vom Eigenbetrieb "Breitband" des Landkreises Calw, dessen vornehmstes Ziel es ist, die örtliche Infrastruktur des Mobilfunknetzes zu verbessern – und zwar nicht nur für die Ortschaften, sondern ebenso für die Verkehrswege in der Region.

Genehmigung erforderlich

Wie der Ortsvorsteher ausführte, handelt es sich bei dem Projekt im Außenbereich um ein sogenanntes privilegiertes Vorhaben, wobei natürlich eine Baugenehmigung erforderlich sei. Eine Rolle beim gewählten Standort auf städtischem Grund spiele zudem der Umstand, dass in diesem Bereich schon Glasfaserkabel verlegt seien, die zum Betrieb des Funkmastes erforderlich sind. Der soll von allen Mobilfunkanbietern genutzt werden können, wobei die Telekom, Vodafone und O2 offensichtlich bereits ihr Interesse bekundet haben.

Damit wäre in Gültlingen künftig LTE, auch 4G genannt, verfügbar. Profitieren würden davon auch die Autofahrer auf den Landesstraßen von Wildberg nach Gültlingen oder Sulz; ebenso die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdiensten bei Einsätzen in diesen Bereichen. "Das stellt sich alles positiv dar, und die Verwaltung sieht es ebenfalls als gute Lösung", machte Walter Baur deutlich.

Von einem "sinnhaften Standort" sprach Bauamtsleiter Arthur Sadlers. Er wies darauf hin, dass die Stadt die für den Neubau eines Funkmasten benötigten 200 Quadratmeter an den Betreiber verpachten würde.

Ortschaftsrätin Regina Schröder (Grüne) bezeichnete die Digitalisierung als Standortfaktor und sprach vor diesem Hintergrund von einem "guten Projekt".

CDU-Ortschaftsrat Dieter Volz erinnerte daran, dass es vor einigen Jahren in Gültlingen noch "mächtigen Gegenwind" für einen Funkmast gegeben hatte. Doch nachdem heute fast alle ein Handy nutzen, sei die flächendeckende Versorgung mit Mobilfunk eine wichtige Sache. In seinen Augen "ist auch der Standort okay".

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