Die Krimi-Autorin und ihr Tatort: Gudrun Schmauks vor der Kirche in Ettenheimmünster, auf deren Friedhof in ihrem vierten Kriminalroman ein Mord geschieht. Foto: Decoux

Ein Totengräber tot in seinem eigenen Grab. Diese Idee war es, die Autorin Gudrun Schmauks als Ausgangspunkt für ihren vierten Kriminalroman "Hüte Dich vor den Guten" nahm. In Ettenheimmünster fand sie für dieses Szenario die passende Kulisse.

Ettenheimmünster/Kippenheim - In Ettenheimmünster fand die Schmieheimerin, die unter dem Synonym G. F. Goldenfels schreibt, für die Handlung ihres vierten Kriminalromans die passende Kulisse. Während ihr dritter Krimi in Freiburg spielte, konnte sie dieses Mal direkt vor der Haustüre recherchieren. "Ich habe mir Mühe gegeben, die Kirche so gut wie möglich zu beschreiben: die flachen, bogenförmigen Stufen hoch zum Kirchenportal; wie hoch man den Arm heben muss, um die Türe zu öffnen – und das viele, viele Licht in der Kirche, das St. Landolin etwa vom Freiburger Münster unterscheidet", schildert Schmauks im Redaktionsgespräch.

Detailtreue ist ihr wichtig

Die Detailgenauigkeit beim Beschreiben ihres Handlungsorts und die Plausibilität der Handlung sind ihr bei ihren Büchern wichtig. Wenn sie über einen Ort schreibt, dann muss diese Beschreibung mit den örtlichen Gegebenheiten übereinstimmen. "Es könnte so gewesen sein", ist ihr Motto.

Das gilt nicht nur fürs nahe Ettenheimmünster. Die Ereignisse dort hängen in ihrem Roman mit den Geschehnissen rund um einen viel ferneren Ort zusammen: Windhoek in Namibia. Auch dort kennt sich Schmauks gut aus, hat sie in Afrika doch jahrelang an einer deutschen Schule unterrichtet – und konnte so auch ihre persönlichen Erfahrungen in ihr Buch einfließen lassen.

Eine Ausnahme von der Detailgetreue zur Wirklichkeit gibt es jedoch: "Die Figuren sind alle erdacht", betont sie. So liebt sie es etwa, als Ausgleich zur düsteren Krimihandlung Nebenfiguren zum Teil zu überzeichnen und so bewusst etwas komisch darzustellen.

Auch bei ihren Opfern geht sie nicht in die Details, will sie "nicht ganz entblößen", erklärt sie. Bei "Hüte dich vor den Guten" war dieses Mal besonderes Fingerspitzengefühl gefragt. Es geht nicht nur um den ermordeten Totengräber, ein achtjähriger Junge verschwindet ebenfalls. "Was für ein Thema", sagt die Krimiautorin selbst dazu. Das habe sie selbst beim Schreiben sehr angepackt, sodass sie dieses sogar zwischendurch unterbrechen musste. Besonders bewegt habe sie die Szene, als Autorin Emily nach dem Verschwinden des Jungen sorgenvoll ihr eigenes schlafendes Kind betrachtet. "Das ist ein Thema, das lässt keine Mutter kalt", erklärt sie. Aber sie habe es eben dieses Mal für die Handlung eben gebraucht.

Welchen Weg ihre Figuren nehmen, weiß die Autorin selbst oft nicht im Voraus. Wenngleich sie sich zu ihren Büchern viele Notizen macht, schreibt Schmauks inzwischen vorab keine Plots mehr. Stattdessen lässt ihre Figuren beim Ermitteln ihre eigenen Wege nehmen, sich ein Stück weit von ihnen leiten, wenn es darum geht, aus den vielen Möglichkeiten, wie es denn nun weitergeht, eine auszuwählen.

Romanfiguren werden zu "alten Bekannten"

Neben der Autorin Emily recherchieren an dem Fall noch die Kommissare Renato Rupp und Felix von Rabenstein mit ihrem Team. Zu sehen, wie sich das Verhältnis der Haupt- und Nebenfiguren über die verschiedenen Bände entwickelt, macht einen Reiz der Bücher Schmauks aus. "Wie Bekannte", sollten ihre Figuren für den Leser über die einzelnen Bände hinweg werden. So darf man in diesem Fall etwa gespannt sein, wie Felix’ Liebesgeschichte zu Ayana sich weiterentwickelt und wie sich "die Neue" in Renato Rupps Team einfügt.

Kinderbuch verspätet sich

Bevor Gudrun Schmauks begonnen hat, Kriminalromane zu schreiben, hat sie sich zuerst an einem Kinderbuch versucht. Dieses will der Sinnbild-Verlag nun auch veröffentlichen – allerdings nicht mehr wie eigentlich geplant vor Weihnachten.