Im Zusammenhang mit dem Geldwäsche-Verdacht bei Germania Union/Türkischer SV Pforzheim kam es nun zu Firmen- und Hausdurchsuchungen.
Der Verdacht, dass der Fußball-Verbandsligist Germania Union/Türkischer SV Pforzheim Geldwäsche betrieben haben könnte, erhärtet sich: Der Zoll hat die Geschäftsräume von zwei Firmen sowie die Wohnräume zweier Beschuldigter durchsucht, die mit dem Verein in Verbindung stehen. Das bestätigt die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart auf Nachfrage unserer Redaktion. Was die Beamten dabei gefunden haben, will sie allerdings noch nicht sagen. „Zu Namen von etwaigen beteiligten Personen oder Institutionen kann die Generalstaatsanwaltschaft keine Angaben machen. Die Ermittlungen und insbesondere die Auswertung der sichergestellten Beweismittel dauern an. Daher können derzeit, auch aus ermittlungstaktischen Gründen, keine weiteren Auskünfte erteilt werden“, sagt Pressesprecher Robin Schray gegenüber unserer Redaktion.
Mit viel Bargeld in die Türkei
Am 7. Februar war Germania Union/Türkischer SV Pforzheim ins Trainingslager in der Türkei aufgebrochen. Bei der Ausreise wurde der Tross am Stuttgarter Flughafen vom Zoll kontrolliert. Dabei wurde festgestellt, dass der Verein auffallend viel Bargeld dabei hatte – insgesamt 215 000 Euro. Bei 29 Personen wurden jeweils Beträge zwischen 4000 und 9900 Euro gefunden. Anmeldepflichtig ist der Besitz von Bargeld bei der Ausreise zwar erst ab 10 000 Euro, dennoch bestehe laut Generalstaatsanwaltschaft der Verdacht der Geldwäsche und es wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.
Geführt wird das Verfahren gegen den Verein in Zusammenarbeit mit dem erst im Juni 2025 eingerichteten Zentrum für die Bekämpfung der Finanzkriminalität in Baden-Württemberg. Aufgabe des Zentrums ist unter anderem die staatsanwaltschaftliche Verfahrensbearbeitung bestimmter herausgehobener Ermittlungsverfahren wegen Geldwäsche und Delikten der Finanzkriminalität. Das Zentrum ist Teil der Taskforce Finanzkriminalität Baden-Württemberg. Das Zentrum ermittelt auch gemeinsam mit anderen Polizeidienststellen wie zum Beispiel den Zollfahndungsämtern.
Am Samstag in Mannheim
Germania Union/Türkischer SV Pforzheim hatte inzwischen eine Stellungnahme veröffentlicht, in der es heißt, dass man „stets im Einklang mit den geltenden gesetzlichen Bestimmungen“ gehandelt habe. An diesem Wochenende beginnt in der Verbandsliga Baden wieder der Spielbetrieb nach der Winterpause. Germania Union/Türkischer SV Pforzheim tritt am Samstag (15 Uhr) auswärts bei Waldhof Mannheim II an. Aktuell steht die Mannschaft auf dem vierten Tabellenplatz und liegt nur vier Punkte hinter Spitzenreiter Fortuna Heddesheim. Ziel ist der Aufstieg in die Oberliga.