Das Grundstück im Gebiet „Links am Heuwasen“ in Pfalzgrafenweiler macht der Gemeinde schon länger Sorgen. Denn da es in einem Mischgebiet liegt, darf dort keine reine Wohnbebauung entstehen. Dementsprechend schwierig gestaltete sich die Suche nach einem Käufer. Nun wurde aber ein Interessent gefunden.
Der Gemeinderat Pfalzgrafenweiler hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, einen Bauplatz im Gebiet „Links am Heuwasen“ zu verkaufen. Bei diesem Grundstück handelt es sich um einen von fünf unbebauten Bauplätzen in einem Mischgebiet, der schon öfter zur Diskussion stand.
In den letzten Jahren scheiterte die Vermarktung, da neue Bauvorhaben – trotz vorhandener reiner Wohnbebauung – dort nur noch genehmigt werden können, wenn diese überwiegend gewerblich geprägt sind. Durch diese „Durchmischung“ soll der Charakter als Mischgebiet erhalten bleiben.
So sieht das auch das Regierungspräsidium, das im letzten Jahr einen Widerspruch ablehnte. Folglich können die Bauplätze nicht für eine reine Wohnbebauung zur Verfügung gestellt werden.
165 Euro pro Quadratmeter
Bei dem geplanten Bauvorhaben der Interessenten für das Flurstück 2298 wurde seitens der Baurechtsbehörde eine Baugenehmigung in Aussicht gestellt. Der Bauplatzpreis wurde mit 165 Euro je Quadratmeter seitens der Verwaltung berechnet und mit dem Kaufinteressenten so kommuniziert. Bei einer Gesamtfläche von 829 Quadratmetern ergibt sich daraus ein Verkaufspreis von 136 785 Euro. Der Preis liegt damit leicht unter dem Bodenrichtwert, der derzeit 180 Euro je Quadratmeter beträgt.
Zuletzt wurden die Quadratmeterpreise für Bauplätze in diesem Mischgebiet gestaffelt und auf 135 Euro bei einem Vollgeschoss sowie auf 145 Euro bei zwei Vollgeschossen festgesetzt. Seitdem erfolgte keine Preisanpassung und es wurden auch keine dort gelegenen Bauplätze verkauft.
Wohnungen vorgesehen
Die Verwaltung schlug eine jährliche Verzinsung des 2017 festgelegten Bauplatzpreises mit den in den Vergabekriterien festgeschriebenen zwei Prozent vor, woraus sich ein einheitlicher Quadratmeterpreis von 165 Euro ergab.
Der Gemeinderat stimmte dem Verkauf des Bauplatzes an Familie Beichel zu. Entstehen soll eine Näherei beziehungsweise Schneiderei im überwiegenden Gewerbeanteil im Erdgeschoss sowie Wohnungen im Obergeschoss.
Den Einwand von Ratsmitglied Adolf Gärtner (FWV), dass ihm nicht klar war, dass dieser Tagesordnungspunkt in öffentlicher Sitzung behandelt werde, begegnete Hauptamtsleiter Marco Kaupp, indem er den Gemeinderat wissen ließ, dass es sich hier um ein gleich gelagertes Verfahren wie in Edelweiler handle.